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Kinder kennen den Mann mit dem wilden Haarschopf als den unermüdlichen Tom, der die "böse Aufgabe" von Tabaluga TV (ZDF) lösen soll und aus dem "Tierisch tollen Haus" (ebenfalls ZDF). Erwachsenen ist der 1970 geborene Kölner als Mitglied des Ensembles von "Mensch Markus" (SAT 1) ein Begriff, mit dem er sich über den deutschen Comedy-Preis 2004, Kategorie "Beste sketch show" freuen konnte. Darüber
hinaus hat der Vater von zwei Kindern in diversen TV-Filmen
und Serien mitgewirkt (u.a. Lindenstrasse, Late Show,
Küstenwache, Die Wache), Theater gespielt, im Musical
"Der kleine Eisbär" dem Polarforscher seine Stimme
geliehen und nicht zuletzt das wunderbare zweite Album
Die Rede ist von Tom Lehel, dessen "(böse) Aufgabe" Ende Oktober 2004 die Beantwortung der "(total verrückten) Fragen" von Michaela Pelz war.
Foto: ZDF / Ralf Wilschewski |
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(lacht) Ach Gott vielleicht so zehn Minuten.
Nein, da ich meine Frisur schon geraume Zeit so trage, sind die Haare schon daran gewöhnt. Ich wasche sie, mache Haarlack drauf und fertig.
(lacht wieder) Sie sagen immer, dass ich aussehe wie ein Hirschkäfer. Abgesehen davon haben sie sich mittlerweile daran gewöhnt.
Das hat meine Frau gemacht, die ist da sehr begabt. Auch was Design oder Innenausstattung angeht das kann sie alles ziemlich gut.
Arktos (der Schneemann-Gegenspieler von Tabaluga aus Tabaluga-TV) ist ein Wolf im Schafspelz. Er ist fies und schadenfroh - allerdings nicht wirklich "böse". Wie man in "Das tierisch tolle Haus" sehen kann, hat er ja auch Herz und hilft, wenn jemand Probleme hat. Darum würde ich ihn eher als "Lausbub" bezeichnen - als 2,50 großen "kleinen Jungen", der alles das darf, was wir Erwachsene nicht mehr dürfen.
Ich habe ja vorher beim KiKa "Toms Test" (produziert von Tommy Krappweis, der "Bernd das Brot" erfunden hat) gemacht. Und das hat ein Redakteur gesehen und gesagt: "Diesen durchgeknallten Typen brauchen wir, den wollen wir haben!". Tja und seitdem mache ich "Tabaluga tivi" und das gefällt mir auch sehr gut.
Foto: ZDF / Ralf Wilschewski
In dieser 10 min Minuten langen Show stürme ich mit einer Gruppe von Kindern den Arbeitsplatz von Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und "zwinge" diejenigen dann dazu, mit uns zu tanzen (darum der "Alarm", im Sinne von "Sturm"). Das kann der Friseur von nebenan sein, ein Arzt, die Feuerwehr oder auch mal die Politiker des Bundestages. Jeder Beruf hat dann ein eigenes Lied, das wir dann gemeinsam singen - etwa wird es den "Abgeordnetensong" geben, in dem ich mich auf witzige Art mit Politik auseinander setze.
Erst mal sechs, wenn es gut läuft weitere sieben.
Die hat die Produktionsfirma gecastet und ausgewählt.
Meine Kinder sind bei "Tanzalarm" nicht dabei, das ist richtig. Dennoch habe ich etwa mit Jana beruflich schon einiges zusammen gemacht: Sie hat auf meiner neuen CD mitgesungen und auch einmal bei "Toms Test" mitgemacht. Da war sie allerdings so nervös, dass alle den Set verlassen mussten - sie erhielt dann auch den Spitznamen "Britney". Und Dan, der noch den Kindergarten besucht - zwar ungern, aber er geht - ist Model. Das hat sich per Zufall so ergeben und jetzt hat er schon mehrere Angebote; aktuell ist er zum Beispiel auf dem Titel der Zeitschrift "Kind und Gesundheit". Wir forcieren das nicht und keiner wird gezwungen, aber so lange sie Spaß daran haben, dürfen meine Kinder auch vor die Kamera.
Immer zuerst der Text. Den schreibe ich und gebe ihn dann an den Produzent Andy Muhlack. Wir sind ja beide vom Sternzeichen her Krebs, sehr sensibel und emotional und passen einfach perfekt zusammen. Da muss ich meist nicht einmal mehr etwas dazu sagen - wenn Andy von mir den Text bekommen hat, dann macht er daraus in 90% der Fälle genau den Song, der optimal dazu passt.
Foto: ZDF / Ralf Wilschewski
Auf der aktuellen CD sind es der "Häuptlingssong" und "Hutschikutschi". Mein persönliches absolutes Lieblingslied aber ist "Land der Träume" auf der gleichnamigen CD und zwar deshalb, weil es mich ein bisschen beschreibt. Ich war immer schon ein Träumer, ein Spinner, wollte was ausprobieren. Als Kind schon und auch heute noch. Um die Wahrheit zu sagen: Ich denke, dass ich heute noch zu 80% Kind bin (lacht).
Unbedingt! Nur so ist man authentisch. Klar hat das dann zur Folge, dass man sich manchmal nicht wirklich "erwachsen" verhält. Ich gebe das auch ganz offen zu, dass ich manche Dinge einfach nicht gerne tue - sie den Fachleuten, wie zum Beispiel meinem Steuerberater, oder sogar noch meinen Eltern überlasse und stattdessen lieber die Leute zum Lachen bringe. Aber zum Glück habe ich Eltern, die wirklich Klasse sind und mir auch heute noch, mit 34 Jahren, vieles abnehmen.
Meine Eltern sind beide Ungarn - ganz klassisch 1956 geflohen. So bin ich zwar in Deutschland gezeugt und geboren, aber mein Herz schlägt für Ungarn. Im Grunde ist dieses Lied daher so etwas wie eine Ode an meine Heimat.
Ja klar - ich habe ja noch viel Verwandtschaft dort (wie übrigens auch in Österreich, in St. Pölten, wohin ein anderer großer Teil der Familie geflohen ist). Auch meine Kinder sind gern in Ungarn - sie mögen das dortige Essen. Gulasch - und Paprika!
Gut, wenn ich - wie jetzt letzte Woche, als ich für Tabaluga und andere Sendungen sieben Tage in München gedreht habe - unterwegs bin, dann bin ich natürlich erst mal weg. Und nach meiner Rückkehr dauert es meist einen Tag, bis ich mich wieder regeneriert habe und wieder normal bin. Aber dann spiele ich mit ihnen, klar! Wir gehen in den Park, fahren Fahrrad, abends wird vorgelesen
Früher habe ich sie zum Drehen viel mitgenommen - jetzt geht das natürlich nicht mehr, da Jana zur Schule geht. Und so eine Tournee, bei der man jeden Tag irgendwo anders ist, das ist auch sehr anstrengend und eher nix für die Familie. Aber wenn ich im Raum Köln auftrete, dann sind sie natürlich immer dabei. Und jetzt an Sylvester, werden wir rund um meinen Auftritt in Liechtenstein am 31. Dezember eine Woche Skiurlaub mit der ganzen Familie machen.
Msrkus Maria Profitlich (r.) mit Tom Lehel (l.) und Ingrid Einfeld (m.) Foto: Sat 1/Boehme
Als "gesetzt" oder "seriös" würde ich mich selbst sicher nicht bezeichnen. Aber natürlich habe auch ich meine "ernsten" Momente, bin genervt oder greife als Vater durchaus einmal durch. Das ist alles situationsabhängig. Im Allgemeinen allerdings ist mein Herz ein lächelndes und ich bin meistens gut drauf.
Erst neulich habe ich einen Bekannten, der Mann ist Produzent, nach vielen Jahren wieder getroffen und der sagte mir: "Tom, du bist IMMER noch ein Kind!" - was ich persönlich als Kompliment empfinde. Denn jeder Erwachsene hat doch irgendwo, tief drinnen, eine kindliche, gar kindische Seite. Nur haben die meisten diese tief in sich verschlossen und eine große Barriere davor gebaut. Wenn jetzt aber jemand kommt - so wie ich - und stellt eine Leiter an diese Mauer, damit sie drüber klettern können, dann sind ganz viele Leute sehr froh und nutzen das auch gern. Meist sind sie aber auch dann froh, bald wieder auf "vertrautem Terrain", also auf der ernsten Seite zu sein. (lacht) Während ich mich beim lustig sein und Quatsch machen sehr wohl fühle. Überhaupt bei den typisch "kindlichen" Vergnügungen. Ich glaube wirklich, dass ich und meine Frau in unserem Freundeskreis diejenigen sind, die den größten Drang nach Freizeitparks haben. Ich kenne jede Menge - wir haben sogar in einem unseren Hochzeitstag verbracht!
Sehr
cool ist natürlich das
Das ist ganz gemischt - meist sind es aber wohl doch die Kinder. Das freut mich - vor allem deshalb, weil die meist ehrlich sind. Und auch so spontan. Die gehen tatsächlich auf mich zu, sprechen mich an, während Erwachsene mich eher beobachten.
Oh, ich habe damit keine Probleme. Es ist mein Beruf - ich habe ja Schauspieler gelernt - und fühle mich deshalb nicht besser als ein Handwerker. Der wird nun in seinem täglichen Leben natürlich eher nicht beobachtet - aber mir macht das nichts aus, weil ich damit ja auch die direkte Kontrolle habe, schließlich WEISS ich, dass man mir zusieht und kann mich darauf einstellen. Nein, ich bin nicht genervt und werde auch gern angesprochen - die Kids und auch die Erwachsenen dürfen das also auch weiterhin gerne tun. (säuselt) Ich bin ganz lieb!
Kindern und erwachsenen Kindern! Ich habe es ja vorher schon gesagt: Kinder sind aufrichtiger, spontaner, es kommt mehr zurück. Erwachsene sind übersättigt, man kann ihnen nichts neues mehr bieten. Kindern hingegen bleibt schon mal der Mund offen stehen, wenn sie meine Show sehen. Sie beobachten auch alles viel genauer "Boah, der Ring, den du da anhast, den hast du auch im Fernsehen an!" So etwas würde einem Erwachsenen nie auffallen! Eindeutig Kinder also: Von ihnen bekomme ich mehr Respekt und Aufmerksamkeit. Wobei das auch der Fall ist bei den Erwachsenen, die zusammen mit ihren Kindern bei meinen Live-Auftritten sind.
Dann wollen wir hoffen, dass noch möglichst viele Kinder und auch Erwachsene die Chance nutzen werden, bei einem der für 2005 geplanten Auftritte des Kinder-Comedy-Musicals "Alles Paprika" dabei zu sein und den "großen Jungen" Tom live und in Farbe kennenzulernen.
Danke für dieses Gespräch!
* Foto: Pool Position |