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Bücher
für Kinder rund ums Thema Tod und Sterben

Die
Blumen der Engel
Vom
Weinen kriegt man Durst
Yashas
Vater
Auf
Wiedersehen, Mama
Abschied
von Opa Elefant
Und
was kommt nach tausend?
Warum,
lieber Tod?
Für
immer mein Opa
Du
bist tot - ich lebe. Trauernde Geschwister
Du
wirst immer bei mir sein
Wohnst
du jetzt im Himmel? Ein Abschieds- und
Erinnerungsbuch
Helft
Kindern, den Tod zu
begreifen
(Broschüre des deutschen
Bestattungs-gewerbes)
Für
Eltern:

Elisabeth
Kübler-Ross: Kinder und Tod
Zum
Sehen:

Willi
wills wissen - wie ist das mit dem Tod?

Abschied
von der Hülle
Die Sendung mit der Maus hat
uns erklärt, wie ein Auto gebaut wird, wie die Ritter
lebten und vieles andere mehr. Armin Maiwald hat es aber
auch gewagt, sich in einer halbstündigen Sondersendung
mit einem Thema zu beschäftigen, das sonst von
Erwachsenen lieber vermieden wird - dem Tod. Er hat einen
Zwillingsbruder "erfunden", der ganz plötzlich
verstirbt und beschreibt, was alles danach kommt: Die
Vorbereitungen für die Beerdigung, aber auch seine
eigenen Gefühle.
HIER
kann man nachlesen, womit sich die Sendung (die es auch auf
DVD
zu kaufen gibt) genau beschäftigt.
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Kinder
und Tod
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Wenn
die Großeltern alt
werden.
Wenn
das Haustier eingeschläfert werden
muss.
Wenn
die Schwester schwer krank
ist.
Wenn
ein Elternteil stirbt.
Wie
erklären wir das, was passiert ist, unseren
Kindern? Wie verarbeiten Kinder Trauer und
Tod?
Wir
berichten, was andere Eltern getan haben und wie
sie helfen konnten.
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Kinder
trauern
Bücher
zum Thema Tod
Wie
kann ich mich dem Thema spielerisch
nähern?
Sternenkinder
Krankheit
und Tod
Alter
und Tod
Hilfreiche
Adressen
Links
/ Austausch
Umgang
mit Kindern, die mit dem Tod konfrontiert
sind (Wie
kann ich helfen?)
Erfahrungsberichte
Beerdigungen
Kinder
und Tod. Fragen und Antworten
Tote
Haustiere
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Aktuelles
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Worldwide
CandleLighting 2008
Kerzen leuchten
weltweit am 14. Dezember 2008 um 19:00 Uhr,
um aller verstorbenen Kinder zu gedenken - damit
ihr Licht immer scheinen wird. Wenn die Kerzen in
der einen Zeitzone niederbrennen, werden sie in der
nächsten angezündet. So wird für
unsere Sternenkinder 24 Stunden lang eine Welle von
Licht um den Globus wandern (siehe auch
muschel.net).
Erzähl
mir was vom Tod
Die sehr
empfehlenswerte interaktive Wanderausstellung, in
der Menschen ab dem Grundschulalter an 14
Mitmach-Stationen an das Thema Tod
herangeführt werden, ist zuletzt im FEZ Kindermuseum in Berlin FEZ Kindermuseum
in Berlin zu sehen gewesen.
Willi
wills wissen - wie ist das mit dem
Tod?
Auch im KiKa gibt es Sendungen, die sich mit den Themen Allerheiligen, Volkstrauertag und
Totensonntag und damit mit dem Tod befassen, so wie
Willi wills wissen "Wie ist das mit dem
Tod?"
Willi wills wissen "Was hat man, wenn
man Krebs hat?"
Anja & Anton "Das Geheimnis der
Toteninsel"
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Kinder
und Tod
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Hilfe
für trauernde Kinder
Wenn ein
Geschwisterkind stirbt, haben Eltern manchmal nicht
die Kraft, dem lebenden Kind genug
Unterstützung zu geben. Außenstehende
sprechen eher die Eltern an. Deshalb sollten Eltern
sich bemühen, dem Kind immer wieder zu sagen,
wie wichtig es ist und wie lieb sie es haben und
dass die eigene Trauer diese Liebe nicht
schmälert.
Ein Kind hat viele
Fragen - die sollen und müssen ehrlich
beantwortet werden, z.B. dass der Tod
endgültig ist und dass der Verstorbene nicht
mehr zurückkehrt. Auch warum jemand gestorben
ist, soll kindgerecht beantwortet werden - aber es
sollte auf Fragen gewartet werden, nicht das Kind
mit zu viel Informationen überschüttet
werden, das es nicht verarbeiten kann.
Keine
verschönigende Worte benutzen wie "Oma ist
eingeschlafen" oder "Gott hat den Bruder gerufen",
das verwirrt Kinder und erzeugt
Ängste.
Halte deine eigene
Trauer nicht zurück, sag, dass du traurig bist
und weine auch in Anwesenheit des Kindes.
Erkläre, warum du traurig bist. Nehmt euch in
den Arm.
Häufig haben
Kinder Schuldgefühle, wenn sie z.B. in der
Vergangenheit mit dem inzwischen verstorbenen
Geschwisterkind gestritten haben - daher sollte man
immer wieder sagen, dass man nicht Schuld am Tod
ist und dass der Verstorbene das Kind sehr lieb
gehabt hat.
Auch Kinder
müssen die Möglichkeit bekommen, sich zu
verabschieden. Wie, könnt ihr gemeinsam
überlegen.
Manchmal entwickeln
sich Kinder emotional wieder etwas zurück -
sie bekommen Bauchschmerzen, nässen ein oder
können sich in der Schule nicht mehr
konzentrieren. Sie können sehr anhänglich
und ängstlich werden oder aggressiv. Das ist
vorübergehend genauso normal wie ein
nicht-wahrhaben-wollen oder ein betontes
Lustigsein. Hier hilft nur Geduld und
Aufmerksamkeit und ein Zuhören, wo die
Ängste des Kindes liegen.
Kinder brauchen
Erinnerungs-Rituale, das kann ein Gegenstand sein,
der das Kind weiter begleitet oder ein z.B. am
Todestag immer wiederkehrendes Ritual, wie im
Lieblingsrestaurant des Verstorbenen Essen zu
gehen. Ein wichtiges Ritual auch für Kinder
ist es, Kerzen im Gedenken an einen Verstorbenen
anzünden.
Kinder können
Trauer oft leichter kreativ verarbeiten: Es kann
malen, schreiben, ein Trauertagebuch führen.
Es kann einen Brief an den Verstorbenen schreiben
und den mit einem Luftballon in den Himmel oder auf
ein Schiffchen am Fluss setzen.
Ideen für
Rituale, die auch für Kinder geeignet
sind:
- Gedichte / Briefe
/ Zeichnungen für den Verstorbenen anfertigen
und ihn ans Grab / in den Himmel / auf den Fluss in
Richtung Verstorbenen schicken
- eine Kerze
anzünden (zuhause oder in der
Kirche)
- einen
beschrifteten Erinnerungsstein im Garten oder im
Zimmer aufstellen
- einen Baum im
Garten pflanzen
- ein
Trauertagebuch führen
- in einer
Schachtel besondere Erinnerungen an den
Verstorbenen aufbewahren (Bilder, Fotos,
Postkarten...)
- am Jahrestag des
Todes oder des Geburtstages des Verstorbenen ganz
bewusst an ihn denken, ein bestimmtes
Lieblings-Restaurant besuchen, seine Musik
hören o.ä.
Hinweise
einer Hospizmitarbeiterin
Wenn jemand nach
schwerer Krankheit stirbt, haben manche Kinder auf
einmal Angst vor Krankheiten bei sich selbst. In
dem Fall kann man ruhig zum Arzt gehen, und das
Kind durchchecken lassen. Ein "Okay" vom Arzt hilft
den Kindern dann enorm.
Und natürlich
darauf hinweisen, dass man schon sehr, sehr krank
sein muss, um an einer Krankheit zu
sterben.
Auf Fragen auch
nicht verschweigen, dass da jemand demnächst
sterben muss.
Und die Kinder
nicht ausgrenzen! In einem Fall wollte ein
sterbender Vater seinen Sohn "schützen", indem
er ihm einen Besuch bei sich "verbot" (Thema:
Anders in Erinnerung behalten). Der Sohn legte das
als Zurückweisung aus. Nach dem Tod des Vaters
musste der Sohn also mit der Trauer, den neuen
Lebensumständen und der Zurückweisung
(wegen der er richtig wütend und
enttäuscht war) leben. In einer Themenwoche im
Kiga wurde dann von anderen Kindern der Hinweis
darauf geliefert, warum der Vater ihn zum Schluss
nicht mehr sehen wollte. Erst danach konnte das
Kind richtige Trauerarbeit leisten.
Auf Fragen der
Kinder, die man selber nicht beantworten kann ("Wo
ist Papa jetzt?", "Ist Opa auf einer Wolke?" etc.)
sich das Kind nehmen, mit ihm kuscheln, und eine
Gegenfrage stellen: "Was meinst du denn?" Kinder
haben sich oft schon ihre eigenen Gedanken gemacht,
die sie dann gerne mitteilen. Und die man dann auch
bestätigen kann: "Ja, das kann gut sein, mein
Schatz." Das reicht oft aus.
Kinder haben auch
oft Angst, die Erinnerung oder die Verbindung an
die Gestorbenen zu verlieren. Hier kann das
Aufsagen eines Textes (z.B. "Aus unseren
Tränen wird ein Fluss, der die Verbindung
herstellt" - öffnet die Tränenkanäle
und schafft eine logische Verbindung zu den
Verstorbenen), bewusste Aufzeichnungen in ein
"Trauertagebuch" oder andere Rituale
helfen.
Broschüre
des Bundesverbandes Deutscher Bestatter
Vielfältig
genutzt als Grundmaterial für die
Erwachsenenfortbildung von Kindergärten,
Schulen und kirchlichen Stellen, kann diese
Broschüre auch betroffenen Angehörigen
oder Freunden Hilfestellung leisten, wenn sie sich
unsicher fühlen, wie sie einem Kind den Tod
eines Familienmitgliedes verständlich machen
sollen.
Aufgeteilt nach
Altersgruppen (1.-5. Lebensjahr, 6.-10. Lebensjahr,
ab zehn Jahre) werden verschiedenen Themen
beleuchtet, z.B.: Wie stellen sich die Kinder den
Tod vor? Welche Formulierungen sollte man
vermeiden? Was kann man gemeinsam tun? Wie
reagieren Kinder?
Ein kleines
Literaturverzeichnis rundet das mit
Kinderzeichnungen reich bebilderte Büchlein
ab. Unproblematisch anfordern kann man es z.B.
hier:
Helft
Kindern, den Tod zu begreifen
Links:
Kinder trauern
Wenn
Kinder trauern
von Trauerbegleiter Oliver Junker,
Germering
Umgang mit Tod und Trauer in Schule und Kindergarten (Hospizratgeber für den Unterricht)
Kindertrauer
Kinderfragen, Trauerbewältigung, Informationen für betroffene Kinder
Kinder
und Trauer
Prof.
Christoph Student gibt seine Erfahrung zum Thema
Kinder und Tod weiter.
Kinder
auf das Thema Tod
vorbereiten
(von Prof. Christoph Student)
Wie
Kinder Tod und Trauer
erleben
(von Theologin Christine
Fleck-Bohaumilitzky)
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Bücher
zum Thema Tod - erzählende
Literatur
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Bilder-
und Kinderbücher
Eltern
Auf
Wiedersehen, Mama
Ein
Stern namens Mama
Mama
ist gegangen
Yashas
Vater
Du
wirst immer bei mir sein
Großeltern /
Verwandte
Abschied
von Opa Elefant
Und
was kommt nach tausend?
Matti
und der Großvater
Ein
Wolkenlied für Omama
Hat
Opa einen Anzug an?
Opas
Engel
Vom
Weinen kriegt man Durst
Seinen
Opa wird Jan nie vergessen
Flieg,
Hilde, flieg
Großmutter
Geschwister /
Freunde
Abschied
von Rune
Max,
mein Bruder
Die
Hälfte des Himmels gehört
Bo
Die
Blumen der Engel
Fee.
Schwestern bleiben wir immer
Es
sind die Wolken, die die Sterne
bewegen
Birgit.
Eine Geschichte vom Sterben
Wenn
ich nicht mehr bei dir bin
Lilly ist ein Sternenkind
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Klassiker
Die
Brüder Löwenherz
Sonnenau
Klingt
meine Linde

allgemein
Warum,
lieber Tod?
Und
was kommt dann?
Über
den großen Fluss
Lakritzbonbons
Tiere
Gehört
das so? Die Geschichte von Elvis
Die
besten Beerdigungen der Welt
Adieu
Herr Muffin
(Großeltern)
Leb
wohl lieber Dachs
(Großeltern)

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Bücher
zum Thema Tod - Sachbücher
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Geschwister
sterben
Du
bist tot - ich lebe. Trauernde
Geschwister
Um
Kinder trauern. Eltern und Geschwister begegnen dem
Tod
Sterbenskranke
Kinder
Im
Himmel welken keine Blumen. Kinder begegnen dem
Tod
|
Freunde,
Eltern, Großeltern sterben
Elisabeth
Kübler-Ross: Kinder und Tod
Kinder
trauern anders. Wie wir sie einfühlsam und
richtig begleiten
Trennung,
Verlust, Trauer. Was wir unseren Kindern sagen, wie
wir ihnen helfen
Für
Zeiten der Trauer - Wie ich Kindern helfen
kann
Wir
nehmen jetzt Abschied. Kinder und Jugendliche
begegnen Sterben und Tod
Da
sein, wenn Kinder trauern
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Sternenkinder
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Kinder, die
großer Bruder oder große Schwester
werden sollen, freuen sich meist mindestens genauso
sehr wie die Eltern über den
Familienzuwachs.
Doch was, wenn das
Baby bereits im Bauch verstirbt -oder bei bzw. kurz
nach der Geburt?
Nicht nur die
Eltern sind dann völlig verstört - auch
die Geschwister müssen aufgefangen
werden.
Die nachfolgenden
Links führen zu "Sternenkinder"-Seiten, auf
denen Betroffene, Angehörige und Freunde nicht
nur Trost und Kontakt finden, sondern auch konkrete
Hinweise, wie sie mit den Geschwisterkindern
umgehen und ihnen die Situation erklären
können.
Muschel.Net
Engelskinder
Engelskinder
Schweiz
Schmetterlingskinder
Regenbogen
LaLeLu
Erfahrungsbericht
von Katrin:
Am 13. August 2006
wurde mein Sohn Adrian in der 37. Woche still
geboren. Ursache seines Todes war ein doppelter
Nabelschnurknoten. Am Morgen seines Todes war ich
noch in der Klinik zur Untersuchung, da war alles
in Ordnung, abends lebte ernicht mehr, es geschah
also alles mehr als plötzlich.
Meine Tochter
Liliane war zu diesem Zeitpunkt fast 6 Jahre alt
und hat die Schwangerschaft sehr bewusst
mitbekommen. Wir haben ihr sehr früh davon
erzählt, und sie hat Adrian von Anfang an als
Familienmitglied betrachtet. "Wenn das Baby da ist"
war einer ihrer häufigsten Sprüche in
dieser Zeit. Am Wochenende, bevor der Kleine starb,
hatten wir gerade alle zusammen das Kinderzimmer
eingerichtet.
Als ich von Adrians
Tod erfuhr, war Frank mit Liliane alleine zuhause.
Als er aus der Klinik angerufen wurde, hat er ihr
nicht gleich gesagt, was los ist, sondern sie
über Nacht bei einer Freundin untergebracht.
Am nächsten Tag hat er es ihr dann behutsam
beigebracht, und ich konnte noch mit ihr
telefonieren. Ich lag ja noch in den Wehen, und sie
sagte immer nur: "Schade, dass das Baby gestorben
ist," und "so ein blöder Knoten". Aber sie
weinte nicht und wirkte insgesamt recht
gefasst.
Am nächsten
Tag holte sie mich dann zusammen mit Frank aus der
Klinik ab. Sie sagte immer noch nicht sehr viel,
insgesamt hatte ich den Eindruck, dass sie alles
noch nicht so richtig realisiert hatte. Das ging
uns aber allen so. Am nächsten Tag kam ein
Herr vom Beerdigungsinstitut, und wir besprachen
die Beerdigung. Liliane war von Anfang an bei allem
dabei, wir nahmen sie auch mit, als wir die
Grabstelle aussuchten, und sie durfte mit
entscheiden, welche Blumen auf den Sarg sollten. So
langsam fing sie an, Fragen zu stellen, wobei sie
insbesondere Einzelheiten der Beerdigung
interessierten. Frank und ich waren uns einig, dass
wir mit dem Thema und ihren Fragen völlig
offen umgehen würden und beantworteten alles,
was sie wissen wollte, natürlich in
kindgerechter Weise.
Der Tag darauf war
wohl für sie der schwerste, denn sie
realisierte so langsam, dass der Kleine
tatsächlich tot war und nicht wiederkommen
würde. Wir waren in ein Spielzeuggeschäft
gefahren, um ein Plüschtier für Adrian
auszusuchen. Liliane wollte den
häßlichsten Teddy, den sie finden
konnte, mit der Begründung, dass etwas anderes
nicht lohnen würde, weil es ja ohnehin
verbuddelt würde. Wir haben aber doch ein sehr
süßes kleines Nashorn
ausgesucht.
An diesem Nashorn
hing Liliane den ganzen Tag lang, und man merkte
sehr deutlich, daß es für sie Adrian
symbolisierte. Sie fragte immer wieder, ob es denn
auch verbuddeln werden würde und wann es
wiederkommen würde. Ich bemühte mich, ihr
klar zu machen, dass das Nashorn genauso wie Adrian
nie mehr wiederkommen würde. Es war sehr
schwer für sie, und sie weinte und weinte, als
ihr das klar wurde. Sie tat uns so leid, dass wir
wirklich am Überlegen waren, ihr dieses
Nashorn zu lassen, kamen dann aber zu der
Entscheidung, dass sie sich von ihm genauso trennen
muß wie eben von ihrem kleinen Bruder. Sie
durfte es aber über Nacht bei sich behalten.
Sie stellte an diesem Tag auch Unmengen von Fragen
über den Tod und ein Leben danach, die ich, so
gut ich konnte oder eben auch nicht,
beantwortete.
Am nächsten
Morgen wollte Frank das Nashorn zum
Beerdigungsinstitut bringen, damit es in den Sarg
gelegt werden konnte. Liliane klammerte sich wieder
verzweifelt daran fest. Ich nahm sie in den Arm und
erklärte ihr, dass sie diesem Nashorn jetzt
alles sagen könnte, was sie Adrian gerne sagen
würde, und ihm dann "Tschüß" sagen
müßte, so wie Adrian auch. Das tat sie
dann auch, und danach, als Frank dann weg war,
schien es ihr wesentlich besser zu gehen, und ich
hatte den Eindruck, dass sie sich jetzt mit der
Situation so ziemlich abgefunden hatte.
Wir kamen zuerst
gar nicht auf die Idee, dass Liliane Adrian noch
einmal sehen sollte, sondern sie war es, die uns
darauf brachte. Zuerst waren wir nicht dafür,
aber sie bestand darauf. Ich rief daraufhin den
Bestatter an und fragte ihn, was er davon halten
würde. Er riet uns aber ab. Adrians Tod war
zwischenzeitlich schon ein paar Tage her, und er
meinte, dass er sich doch jetzt sehr verändert
hätte. Daraufhin haben wir es dann gelassen.
Im nachhinein bedaure ich das jetzt, man hätte
es eben gleich machen müssen. Adrian war ja
ein ganz süßes Baby, und Liliane
hätte auf diese Weise eine bessere Vorstellung
von ihm bekommen. Immerhin kannte sie ihn ja nur
durch meinen Bauch hindurch. Aber wir zeigten ihr
ein Foto von ihm, und sie hat jetzt auch eines auf
ihrem Schreibtisch stehen.
Zur Trauerfeier kam
sie ganz selbstverständlich mit, und sie
bestand auch darauf. Wir waren übrigens alle
ganz normal angezogen und hatten auch alle
Gäste gebeten, nicht in schwarz zu kommen,
denn wir wollten keine schwarze Menschenmenge um
den winzigen Sarg stehen haben. Es waren auch
mehrere Kinder da, und Liliane sah das alles eher
als große Familienfeier an. Bezeichnend ist
allerdings, dass sie während der Trauerfeier
nicht neben uns sitzen wollte, sondern neben der
Mutter ihrer besten Freundin, als wenn sie
spürte, dass wir diese Zeit mit unserem Sohn
ganz für uns brauchten.
Nach der Feier
nahmen wir alle am offenen Grab Abschied, auch die
Kinder, die das im übrigen äußerst
interessant fanden. Liliane warf Blumen hinein,
Frank warf aus Versehen ein Bild, das für
Liliane bestimmt ist, woraufhin sie so einen
Aufstand machte, dass er es wieder herausholen
mußte...
Adrians Tod ist
jetzt etwas länger als zwei Monate her, und
ich habe das Gefühl, dass Liliane das alles
recht gut verarbeitet. Ich bin sicher, das liegt
vor allem an der Offenheit, mit der wir alle damit
umgehen. Sie darf weinen, wenn sie weinen
möchte, und jederzeit von ihm sprechen. Sie
weint durchaus öfter abends, als wenn ihr
dann, wenn alles ruhig wird, sein Tod
einfällt, und dann ist sie eben traurig wie
wir auch. Man merkt auch, dass ihr bewusst geworden
ist, dass eben nicht nur alte und kranke Menschen,
sondern auch Kinder sterben können, dass es
auch sie treffen könnte oder ihre Eltern, und
davor hat sie natürlich Angst. Ich ermutige
sie immer wieder, von ihren Ängsten zu
sprechen. Sie erzählt jedem, dass sie einen
Bruder hat, was ich ganz toll finde. Ich habe ihre
Lehrerinnen und Erzieherinnen natürlich
informiert und auch gesagt, dass ich
größten Wert darauf lege, dass Liliane
ganz offen von diesem Thema sprechen darf, und
bisher scheint es auch gut zu klappen.
Auch der Friedhof
birgt für sie keinerlei Schrecken. Adrians
Grab ist für sie sein "Kinderzimmer", und sie
hilft uns mit großem Engagement beim
Dekorieren. Auch hier beziehen wir sie in alles mit
ein. Und manchmal ist sie auch eifersüchtig,
wenn wir etwas Schönes für sein Grab
kaufen, wie jedes andere Kind auf seinen
jüngeren Bruder.
Insgesamt denke
ich, dass wir auf einem gutem Weg sind. Ich hoffe,
dass der Tod für Liliane einmal etwas sein
wird, das eben, so traurig es auch ist, zum Leben
dazu gehört und dass sie weiter so unbefangen
damit umgehen wird. Vielleicht kann sie einmal
besser Betroffenen beistehen, weil sie keine
Berührungsängste hat, als die meisten
Menschen es jetzt bei mir können. Ich bin auch
sicher, dass es ihr leicht fallen wird, ihre
Gefühle zu bezeichnen und sie auch
auszuleben.
Es ist schwer
für sie, ihren Bruder so plötzlich und
unerwartet verloren zu haben, und manchmal
"bestellt" sie ein neues, lebendiges Baby, wie wir
es doch versprochen hatten, aber ich denke durch
die große Offenheit und dadurch, dass sie in
alles mit einbezogen wurde, wird sie ihre Trauer
gut verarbeiten und ihre Freude am Leben
behalten.
Erfahrungsbericht
von Anne:
Meine Kinder haben
im Juni diesen Jahres ihre Schwester verloren, als
sie im 7. Monat der Schwangerschaft noch im Bauch
starb.
Meine drei Jungs,
7,5 und 2 Jahre alt, habe sich von ihr
verabschiedet. Sie lag auf einem schönen
Kissen,war angezogen, lag in einem hellen Raum mit
Kerzen und vielen Blumenblüten. Sie haben den
Särglein von ihr bunt bemalt, ihren Namen
darauf geschrieben. Wie haben uns alle um sie herum
gesetzt und die Kinder durfte sie auch anfassen,
spüren wie weich sie ist, sie streicheln und
feststellen wie kalt sie ist, merken, dass sie sich
nicht bewegt und wissen: Sie lebt nicht mehr. Sie
ist tot. Sie schläft nicht, sondern sie ist
gestorben. Die Kinder haben gelacht und auch mal
geweint, bedauert, was sie alles nicht mit ihr
machen können. Es dauerte so ca 2
Stunden.
Dann legten die
Kinder sie in den Sarg und machten machten ihn auch
zu. Ich hätte mir zwar gerne noch ein paar
Augenblicke mit meiner Tochter alleine
gewünscht, wollte aber genau diese Momente
doch micht den Kindern teilen um ihnen den Abschied
leicht zu machen.
Und so ist es. Es
war eine runde, gute Verabschiedung. Echt - durch
und durch. Keine Geschichten, keine Erfindung der
Erwachsenen - sonder einfach die Wahrheit. Und
nichts ist für uns alle besser als der Moment
der Wahrheit.
Meine Jungs beten
Abends für ihre Schwester, schicken ihr liebe
Wünsche und besuchen sie wenn sie wollen am
Grab, zünden eine Kerze an oder bringen
Blumen. Wie sie wollen. Sie denken in Liebe an sie.
Für die Kinder ist es nicht traumatisch, sie
haben keine Ängste entwickelt, sondern einfach
ihre kleine Schwester verabschiedet und in ihr Herz
geschlossen.
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Krankheit
und Tod
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Wird ein
Angehöriger so krank, dass Gefahr (oder
traurige Gewissheit) besteht, er werde sterben,
dann gibt es zwei Möglichkeiten: Das Kind von
allem fern halten oder sich offen mit dem Thema
auseinandersetzen.
Wir plädieren
für die zweite Alternative: Ehrlich sein, wenn
jemand so schwer krank ist, dass er sterben wird.
Dann kann auch das Kind sich auf die Situation
einstellen. Je nachdem, wie alt es ist, muss es
keine Details wissen, sollte aber über die
Tatsache informiert sein: "Der Opa wird sterben."
Falsche Hoffnungen
zu schüren, ist fatal. Außerdem sollten
auch Kinder die Möglichkeit haben, sich zu
verabschieden und/oder noch mal ausdrücklich
seine Zuneigung zu bekunden bzw. sich für
etwas zu entschuldigen.
Es kann
erklärt werden, dass es drei Gründe gibt,
warum jemand stirbt: weil jemand sehr krank ist,
weil jemand sehr schwer verletzt ist, wenn jemand
sehr alt ist. Konkrete Aussagen nehmen
Ängste.
Bericht
von B. aus Hannover:
Meine
Eltern (damals wurde meinem Vater ein halbes Jahr
gegeben) waren damals einerseits enttäuscht,
dass die Menschen einerseits das Thema
übergingen und sie regelrecht "schnitten"
(keine Anrufe, keine Fragen nach dem Befinden).
Diese Unsicherheit der Leute wurde als mangelndes
Intersse ausgelegt. Anderseits gab es auch die
Menschen, die alles ganz genau wissen wollten, und
von denen wir wussten, dass sie hinter dem
Rücken anderer gerne klatschen. Das war auch
nicht so das Wahre.
Von
Freunden "unverkrampfte Anteilnahme" zu erhalten,
hat gutgetan. Auch gemeinsames Lachen war erlaubt,
lenkte ab und brachte Farbe und Freude in´s
Leben. Insofern waren Kinder auch willkommen! Wir
mussten nur die Besuche bei meinem Vater stark
verkürzen, weil es eine so große
körperliche Belastung war. Ansonsten hat es
ihm schon Auftrieb gegeben.
Und
dann gibt es ja den Spruch, dass Kinder nicht mit
den Augen, sondern mit dem Herzen sehen: die
Glatze, die mein Vater zeitweise hatte, störte
Robin, damals 2-3 Jahre alt, nicht im geringsten.
Ebenso wenig störte es Florian mit seinen fast
drei Jahren, als sein anderer Opa im Krankenhaus
lag und an einigen Schläuchen hing (die wir
ihm dann erklärten, und gut war es). Er
krabbelte sogar auf das Krankenhaus-Bett und
kuschelte mit Opa (das war vor der OP, da
ließ der gesundheitliche Zustand das zu). Opa
war ganz begeistert und stolz, dass Florian mit ihm
kuscheln wollte. Ich denke schon, dass der kleine
Mann damit etwas Freude und "Action" in Opas
Krankenhausleben brachte.
Dass
Opa damals nur ein Schatten seiner selbst war,
interessierte Florian nicht.
Bericht:
2002
ist mein Schwiegervater an Zungenkrebs erkrankt.
Die Große war damals 6.5 Jahre alt, als er
die Diagnose erhalten hat. Der Jüngere war
damals zwei Monate alt. Die Prognose war sehr
schlecht, es hiess, im besten Fall ein Jahr, mehr
nicht. Mein Schwiegervater hat sechs Chemos in
fünf Monaten über sich ergehen lassen
müssen und es ging ihm je länger je
schlechter.
Sprechen
konnte er nur noch ganz schlecht, verstehen konnte
ihn nur noch unsere Große ohne Probleme. Sie
wusste von Anfang an, dass ihr Großpapa
sterben würde. Sie hat seinen Verfall live
mitgekriegt, sie hat ihn regelmäßig
gesehen.
Als
er ins Krankenhaus kam, eine Woche vor seinem Tod,
da haben wir sie mit ins Krankenhaus genommen. Zwei
Tage vor seinem Tod war sie das letzte Mal bei ihm,
den Kleinen hatten wir auch dabei. Kurz danach ist
er ins Koma gefallen. An dem Abend sagte meine
Große zu uns, wir sollten dem Großpapa
sagen, dass er sterben darf und soll, weil er dann
keine Schmerzen mehr hätte...
Als
er gestorben ist, waren wir bei einer Freundin.
Mein Mann war bei seinem Vater. Er hat mich
angerufen und gesagt, dass sein Vater tot ist.
Unsere Große hat das direkt gespürt, sie
kam aus dem Kinderzimmer und fragte: ist
Großpapa tot? Ich sagte die Wahrheit. Sie
sagte: gut, dann hat er jetzt keine Schmerzen mehr,
zog sich an und sagte: komm Mama, ich will zu
Großpapa, ich will ihn nochmals sehen. Ich
wehrte ab und sagte, dass sie das am nächsten
Tag kann. Sie hatte aber Angst, dass er dann schon
begraben ist, ich hab ihr versprochen, sie darf ihn
sehen, wenn sie will.
Am
nächsten Tag sind wir ins Bestattungsinstitut
mit unserer Großen. Mein Schwiegervater lag
im offenen Sarg. Ich hab ihr vor der Tür
gesagt, dass sie entscheiden wird, wann sie raus
will und dass sie mich nachher alles fragen kann,
was sie will. Sie ging rein, ging zum Sarg, legte
eine Zeichnung rein, die sie für ihn gemacht
hatte, streichelte seine Hand und setzte sich an
den Sarg. Sie hat alles genau angeguckt, guckte ihn
ständig an und sagte nach ca 15 minuten: so
jetzt will ich gehen. Draussen meinte sie: er sieht
aus, als ob er schläft. Damit war das Thema
für sie erledigt.
Zur
Beerdigung haben wir sie mitgenommen, sie war ganz
normal angezogen, sie hat auch einmal geweint, weil
ihr klar wurde, dass sie den Großpapa nie
mehr sehen wird.
Ich
würds immer wieder so machen, sie hat jetzt
ein Foto vom Großpapa im Zimmer und wir
erzählen uns oft Geschichten über ihn.
Sie hat ihn nie vergessen und sie weiss noch genau,
wie alles war. Sie hat aber nie schlecht
geträumt oder so. Ich würd sagen, dass
man das Kind selber entscheiden lassen soll, ob es
den Toten nochmals sehen will oder nicht.
Ich
selber hab nämlich damit ein sehr negatives
Erlebnis: Ich war ca. 15 Monate alt, als mein
Großvater starb. Er wurde in der Wohnung
aufgebahrt und ich wollte immer zu dem Sarg hin und
wollte reingucken, meine Mutter dachte, das geht
nicht und hat mich immer weggeholt. Die Geschichte
kannte ich nicht, das hat sie mir erst
erzählt, als ich vor ein paar Jahren von
meinem Albtraum erzählte, welchen ich als Kind
bis ca. 16/17 sehr häufig hatte: Dass ich in
ein Zimmer komme, wo ein Sarg steht und immer wenn
ich reingucken will, ziehen mich schwarz gekleidete
Kapuzenmänner davon weg... als ich das meiner
Mutter erzählte, hat sie mir die Geschichte
vom Tod ihres Vaters erzählt. Hätte sie
mich damals gucken lassen, hätte ich
vermutlich in meinen Augen einen Großvater
gesehen, der schlafend daliegt, mehr nicht... ob
ein Kind jemanden sehen darf, der gestorben ist,
würd ich in erster Linie vom Wunsch des Kindes
abhängig machen, allerdings würde ich
auch darauf Rücksicht nehmen, ob das Kind z.B.
die Krankheit des Toten miterlebt hat, d.h. ob es
weiss, wie schlecht der Betroffene zum Schluss
aussah.
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Alter
und Tod
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Bericht
von Michaela aus E.:
Als
meine Oma wenige Wochen vor ihrem 101. Geburtstag
starb, waren meine Kinder fünf und sieben
Jahre alt. Sie hatten ihre "Uri"
regelmäßig gesehen - allerdings nicht
jede Woche oder jeden Monat, da sich das
Pflegeheim, in dem meine Großmutter lebte,
gut 150 km von unserem Wohnort entfernt
war.
Leider
baute die alte Dame nach ihrem 93. Geburtstag
deutlich ab - vorher hatte sie noch aktiv am
Geschehen in ihrer näheren Umgebung
teilgenommen, sich für das, was in der Welt
passiert interessiert, gekocht, ihre Wohnung allein
sauber gehalten. Daher kannten meine Kinder
eigentlich nur eine Frau, die mehr und mehr
Schwierigkeiten beim Gehen hatte, mit der man sehr
laut sprechen musste, bevor sie einen hören
konnte, die eher einsilbige Antworten auf Fragen
gab und von sich aus wenig zur Unterhaltung beitrug
- die aber immer ein gütiges und herzliches
Lächeln auf den Lippen hatte.
Auch
wussten mein Sohn und meine Tochter, dass alte
Menschen irgendwann sterben müssen - wir
hatten mehrfach darüber gesprochen, dass es
möglicherweise das letzte Mal sein könne,
dass wir die Uri sehen können. Insofern kam
ihr Tod zwar einerseits unerwartet (sie war nicht
krank gewesen), aber dann doch irgendwie
vorhersehbar.
Das
war wohl auch der Grund, warum die Kinder mit dem
Tod ihrer Urgroßmutter relativ pragmatisch
umgehen konnten. Sicher ist es anders, wenn Oma-Opa
in der Nähe leben, vielleicht sogar im selben
Haus - dann fällt der Abschied schon viel
schwerer, könnte ich mir vorstellen. Aber so
war es für die beiden so wie es nun mal
ist.
Bei
der Beerdigung waren sie natürlich dabei und
haben viele Fragen gestellt - einen Abschied am
offenen Sarg gab es in unserem Fall nicht;
wäre das möglich gewesen, hätte ich
sie aber natürlich mitgenommen. Wir haben
geweint und viel über die "Uri" gesprochen -
und im nachhinein kamen eben die Fragen "Wann
stirbst du?" und "Wann sterbe ich?" etc.
Aber
sie haben es beide ganz gut verkraftet.
Übrigens
meinten meine Kinder, als sie noch kleiner waren,
auch ganz häufig "Ich freu mich so drauf, wenn
ich in den Himmel komme, dann kann ich endlich den
Opa F. und den Opa G. sehen!" (das sind die beiden
Großväter, die sie nie bewusst
kennenlernen konnten).
Bericht
von Dagmar aus K.:
Meine
Oma starb ganz plötzlich, ich war gerade 8
Jahre alt und schrieb gerade einen Brief an meine
Oma, als ein Anruf kam und mir mein Vater dann
mitteilte, dass meine Oma gestorben war. Für
mich ist eine Welt zusammengebrochen, meine Oma war
für mich wie eine Mutter. Da meine Oma weit
weg wohnte und ich schon in der Schule war, haben
mich meine Eltern nicht mit zur Beerdigung
genommen. Und das fand ich sehr, sehr schlimm, ich
konnte mich nicht mal verabschieden von ihr. Sie
war einfach weg. In unserer Familie herrschte
natürlich große Trauer, alle waren sehr
traurig, aber geredet haben wir niemals
darüber. Und das finde ich auch heute noch so
schlimm, dieses nicht darüber
reden.
Jetzt
bin ich ja selbst Mutter und wir hatten innerhalb
von sieben Monaten drei Todesfälle von nahen
Verwandten. Erst meine (Stief)Oma, dann mein Opa
und sechs Wochen danach dann ganz plötzlich
meine Mutter. Lucy war mit auf der Beerdigung
meines Opas in München, sie hat viele Fragen
gestellt, die mein Mann ihr dann auch genau
beantwortet hat. In den Wochen danach hat sie sehr
viel vom Tod und vom Sterben geredet und viel
gefragt. Wir haben auch sehr viel über den
Uropa erzählt und Fotos angeschaut und auch
zusammen getrauert.
Zu
meiner Mutter hatten wir wenig Kontakt, sie hatte
keine so richtige Beziehung zu ihrer Oma und da
haben wir sie dann auch nicht mitgenommen zur
Beerdigung. Das wäre dann wohl auch zu viel
gewesen, zwei Beerdigungen in sechs
Wochen.
Wir
haben übrigens ein schönes Buch gekauft
über den Tod Gehört
das so?
heißt es und wir haben es oft angeschaut.
Gerade in den letzten Tagen hat Lucy es wohl wieder
angeschaut, ich sah es auf ihrem Tisch liegen.
Letztens fragte sie mich auch, warum es eigentlich
keine Gräber und Särge von Playmobil
gäbe... Ich denke, dass es für sie
leichter zu begreifen ist, dass Leben und Tod ganz
natürlich sind, als für manchen
Erwachsenen von uns.
Bericht von
Alexandra aus C.:
Kurz bevor ich
schwanger wurde, starb mein Bruder. Luca und Finn
wissen von klein auf, dass Mama noch einen Bruder
hat, den wir aber nur noch auf Fotos sehen
können, der uns aber immer begleitet und um
uns ist, in der Natur, in einem Sonnenstrahl, etc.
Ab und zu schicken Luca und Finn auch Luftballons
an Onkel Falko mit einem Gruss und einem "wo immer
Du auch bist Falko, wir denken an Dich".
Letztes Jahr starb
mein Opa, Tickopa Kurt fuer meine Kinder. Dies war
der erste Tod, den Luca bewusst mitbekam. Ein Jahr
zuvor, wir waren gerade auf Deutschlandbesuch,
stürzte mein Opa und erlitt einen
Schlaganfall. Wir besuchten ihn im Krankenhaus und
Luca war immer mit dabei. Manchmal war es ihm nicht
so geheuer und er ging dann mit meiner Mutter
raus.
Im letzten Oktober
ging es wieder nach Deutschland, da wir ahnten,
dass das Leben meines Opas zu Ende ging. Luca war
bewusst, dass man sich mit Tickopa nicht mehr
unterhalten konnte und er keine Tiergeräusche
mehr nachmachte. Luca fragte auch, ob Tickopa jetzt
stirbt. Wir sagtem ihm, dass Tickopa ein langes
Leben gelebt hat und sein Körper sich nun bald
von diesem langem Leben ausruhen
möchte.
Einen Monat nachdem
wir wieder in Chicago waren, starb mein Opa. Luca
war dabei als ich die Nachricht bekam. Als er meine
Tränen sah, meinte er, Mama, Du brauchst nicht
weinen, Tickopa ist doch jetzt bei Falko und passt
zusammen mit ihm auf uns auf. Danach fragte er, ob
wir einen Luftballon an ihn schicken
können.
Kinder gehen mit
dem Tod viel unbefangener um als die meisten
Erwachsenen, wenn ihnen die Möglichkeit dazu
gegeben wird. Wenn wir auf Deutschlandbesuch sind,
gehen wir auch immer gemeinsam zu Grab meines
Bruders und Luca sammelt immer irgend etwas
Besonderes, um es seinem Onkel hinzulegen, als
kleinen Gruß.
|
|
Hilfreiche
Adressen
|
|
Bundesverband
verwaiste Eltern in Deutschland e.V.
Dieskaustr.
43
04229
Leipzig
Tel. 03 41 - 9 46 88
84
Der
Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland
e.V. bietet in regionalen Gruppen Hilfe für
trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern
und Menschen, die sie begleiten
möchten.
Siehe auch
Verwaiste
Eltern
Trauerbegleitung
auch für Kinder bieten u.a.:
Trauerakademie
Kürtener
Straße 10
51465 Bergisch
Gladbach
Tel. 022 02 - 93 58
0
Zentrum
für Trauerbegleitung
Gitterseestraße
24
01187
Dresden
Tel. 03 51 - 4 70 80
75
Zentrum
für trauernde Kinder
Doventorscontrescarpe
172
28195
Bremen
Tel. 04 21 - 34 36
68
Trauerwelten
Ittmecker Weg
4
59872
Meschede
Tel. 02 91 - 8 28
58
Trauerbegleitung
Erzbistum Bamberg
Jakobsplatz
9
96049
Bamberg
Tel. 09 51 - 50 26
38
Hospiz
Emmaus e.V.
Hagener Straße
130
58285
Gevelsberg
Tel. 0 23 32 - 6 10
21
Liste
Trauerseminaranbieter
|
|
Links
/ Austausch
|
|
Muschel.Net
Infos und
Austausch für Eltern die ihr Baby nach
Fehlgeburt, Totgeburt, Frühgeburt, medizin.
indiz. Abbruch oder im ersten Lebensjahr
verloren haben.
Alles
ist anders
Austausch
für trauernde Kinder und Jugendliche.
Für
dich da sein, wenn du traurig bist
Trauerangebot
online für Kinder und Jugendliche.
Trauernde
Kinder - ich bin ein Kind
Trauerangebot
für Kinder und Jugendliche.
Brief
eines Pastors an ein Geschwisterkind
Löwenkind
Magazin
und Austausch für schwer kranke Kinder und
ihre Familien.
Kummernetz
Katholische
Internetseelsorge für Kinder und
Jugendliche.
Neuhland
Krisenforum
für Jugendliche.
Kindernetzwerk
Große
Adressendatenbank zum Thema kranke/behinderte
Kinder.
Theodor-Springmann-Stiftung
Datenbank
mit Hilfsangeboten, Trauergruppen, Hospizen
etc.
Kieler
Zentrum für trauernde Kinder
Liste
der Kinderhospize
Kinderhospiz-Verein
e.V.
Bundesverband
Deutscher Bestatter
Bundesverband
verwaiste Eltern in Deutschland e.V.
Trauerseminare,
Informationen, Foren auch für
Geschwisterkinder.
Der
Tod im Internet - große
Linkliste
|
|
Wie
kann ich helfen?
|
|
Was kann ich tun, wenn
mir bekannte Kinder Angehörige verloren haben?
Wie verhalte ich mich richtig und wie kann ich
helfen?
-
zuhören,
aber nicht drängen, etwas zu
erzählen
- zuhören, auch
Wochen und Monate später
- in den Arm
nehmen
- aber auch
akzeptieren, das Kind alleine zu lassen
- da sein
- Wut zulassen ("warum
hat Papa mir das angetan, zu sterben?")
- Tränen
zulassen
-
Erinnerungs-Zeremonien mitgestalten (jedes Jahr zum
Gedenken ein besonders geliebtes Essen des
Verstorbenen zubereiten, jedes Jahr eine Karte mit
erinnerten Erlebnissen, zum Grab gehen, gemeinsam
eine Kerze anzünden - vielleicht in der Kirche
o.ä.)
Helfen
wollen -
Eine Liste von muschel.net
Helfen
wollen -
Eine Liste vom Bundesverband Verwaister
Eltern
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Erfahrungsberichte
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Berichte findet ihr
auch in den einzelnen Rubriken. Hier findet ihr
Berichte über Bestattungen / Begräbnisse,
an denen Kinder teilgenommen haben.
Bericht von B. aus
Hannover:
Ein Kind ist
gestorben
Ehrliche
Hilflosigkeit ("Wir konnten es erst nicht glauben")
und Anteilnahme, auch das "Zusammenheulen" kann den
Eltern Trost spenden. Dankbar waren sie auch, als
sie auf der Beerdigung so viele Menschen sahen, die
sie in ihrer Trauer begleiteten (das berührte
sie schon deswegen, weil die Berdigung ziemlich
weit entfernt war, und sie die "Mühe" der
Trauergäste schon zu schätzen
wussten).
Die Eltern des
verstorbenen Kindes waren auch froh, dass sie mit
Menschen über die Beerdigung im Nachhinein
sprechen konnten. Da sich nicht jeder in das
Kondolenzbuch eintrug, waren sie froh, als wir dann
auf einer gesonderten Liste die von uns gesehenen
Trauergäste aufschrieben.
Bericht von B. aus
Wien:
Die
(Ur)Großeltern sind gestorben
Meine Kinder
machten schon zweimal die Erfahrung dass ein lieber
Mensch von uns gehen musste.
Das erste Mal war,
als der Uropa der Kinder an Altersschwäche
einfach eingeschlafen ist. Nathalie war damals
gerade 3 Monate alt und kennt den Uropa heute nur
von Erzählungen, Patrick war knapp 2 Jahre und
kann sich dank der Fotos doch irgendwie an ihn
erinnern. Beim Begräbnis waren die Kinder
damals mit, Nathalie hat im Kinderwagen geschlafen
und Patrick war nur beim Weg zum Grab dabei und hat
dort auch seine Blume mit mir hineingeworfen. Ich
habe ihm damals erklärt, dass der Uropa
einfach eingeschlafen ist, weil das Herz schon so
alt und müde war und er jetzt auf einer Wolke
ist, die uns immer begleitet und von oben auf uns
aufpasst. Genau so hat es Nathalie über die
Jahre eben auch gehört und so sagen sie oft,
wenn wir eine Wolke sehen, dass dort der Uropa
sitzt und sie ihm jetzt winken.
Die Uroma der
Kinder ist gestorben, als Nathalie knapp 5 Jahre
war und Patrick 6,5 Jahre. Den Tod und unsere
Trauer haben sie schon sehr stark mitbekommen, sie
waren auch traurig und haben viel geweint, zumal
die Urli-Oma sehr unerwartet von uns gegangen ist.
Von selbst meinten die Kinder, dass nun auch die
Uroma auf einer Wolke sitzt und nun unser 2.
Schutzengel ist. Um die Trauer, des absolut
unerwarteten Todes besser verarbeiten zu
können, habe ich den Kindern vorgeschlagen
doch etwas zu Zeichnen und auf den Balkon zu legen,
die Uroma wird es sicher sehen und sich freuen. Das
haben sie auch gemacht und sie legten zu ihrer
Zeichnung auch jeder eine Schoko-Osterei, da die
Urli zu Ostern von uns gegangen ist.
Zum Begräbnis
hab ich sie diesmal aber nicht mitgenommen, da ich
die Trauer nicht noch mehr "aufbauen" wollte. Wir
gingen einen Tag nach der Beerdigung zum Grab, wo
die Kinder die Kränze anschauen konnte, die
Aufschriften auf den Schleifen von uns vorgelesen
bekamen und sie legten jeder auch noch ein kleines
gebasteltes Abschiedsgeschenk auf das Grab. Wir
gehen nun regelmäßig zu den
Gräbern. Die Kinder plaudern vor dem Grab mit
Uroma und Uropa und letzens kamen sie ganz von
alleine auf die Idee ein Lied vor dem Grab leise zu
singen. Oft stecken sie auch kleine Zeichnung und
ähnliches in die Blumen und helfen bei der
Grabpflege mit.
Meine Kinder haben
die Erfahrung mit dem Tod sehr gut aufgenommen,
können auch ihrer Trauer freien Lauf geben und
ich denke ihnen hilft der Gedanke, dass Uroma und
Uropa uns von der Wolke aus sehen können und
uns beschützen.
Bericht von R. aus
Hamburg:
Die
Großmutter ist gestorben
Als die Oma meiner
Tochter (damals 6) starb, war es ein
plötzlicher Tod. Alle haben viel geweint und
das Kind hat die Trauer mitbekommen, war
betrübt, wusste aber nicht wirklich, was Tod
bedeutet. Wir wählten die Erklärung mit
der Seele und den Taten der Oma, die in unseren
Gedanken, Erinnerungen weiterlebt und den
Körper, der zur Erde verschmilzt und daher in
den Bäumen und Pflanzen weiterlebt. Diese
Erklärung hat unsere Tochter angenommen. Wir
waren gemeinsam auf der Beerdigung. Sie hat alles
ruhig mitgemacht, den Sarg gesehen, wir haben uns
gemeinsam am Sarg von der Oma verabschiedet und es
war ihr Wunsch, der Oma etwas in ihr Grab
mitzugeben - es war eine anonyme Bestattung,
deswegen hat sie das Bild und eine kleine Tonfigur
an den Sarg gestellt. Die Bestattungsmitarbeiter
haben uns gefragt, ob diese Dinge mit ins Grab
sollen - und da sind sie jetzt, bei der Oma. So wie
es sich die Tochter gewüncht hat. Wir schauen
oft Bilder an und erinnern uns - so bleibt die
Verstorbene in unseren Gedanken. Sie hat von selber
schon andere mit der Erklärung getröstet,
dass jemand nicht wirklich gestorben ist, solange
an ihn gedacht wird.
Bericht von
A.:
Der
Großvater ist gestorben, Vorbereiten auf den
Tod
Ich war erst 8, als
mein Opa starb, ganz plötzlich an einem
Herzinfarkt. Meine Eltern haben mir erklärt,
dass alle ganz traurig sind und ich auch weinen
darf. Zur Beerdigung haben sie mich nicht
mitgenommen, weil sie dachten daß ich noch zu
jung bin. Ich fand es nicht gut aus verschiedenen
Gründen:
- natürlich
war ich neugierig, wie eine Beerdigung
ist
- ich konnte mich
nicht mehr direkt verabschieden von meinem Opa; als
ich zum ersten Mal bei ihm am Grab war, war er
schon unter der Erde mit Kränzen
überhäuft und für mich zu weit
weg
- ich habe die Trauer
der anderen nicht miterlebt - ich durfte nach der
Beerdigung zum "Leichenschmaus" und dort waren alle
seine Verwandten und Freunde und unterhielten sich,
lachten, aßen Kuchen und tranken Schnaps! Das
war sehr schlimm für mich, weil ich DAS gar
nicht verstehen konnte.
Als ein Onkel
meiner Mutter starb, war ich älter und habe
alles miterlebt: Beerdigung, Rosenkranzbeten und
den "Leichenschmaus" - und da fand ich es gar nicht
mehr so schlimm, weil ich die Leute vorher weinen
gesehen habe und wusste, dass sie den Kuchen, den
Schnaps und die Gesellschaft brauchen, um sich
wieder besser zu fühlen (soll nicht
heißen, dass man sich aus Trauer betrinken
soll ...).
Mit meinen Kindern
habe ich immer, wenn die Gelegenheit günstig
war (z.B. Besuche auf Friedhöfen, Tod von
Nachbarn oder entfernten Bekannten, Bilder
betrachten von Verstorbenen, tote Tiere im Garten,
...) auch über den Tod gesprochen. Sie wissen,
dass jedes Leben sterben muss, und wie Menschen
sterben können (Alter, Krankheit, Unfall,
Umbringen). Der Körper wird begraben und die
Seele existiert weiter ... und momentan haben sie
kein Problem damit. Es ist aber auch noch kein
ihnen Nahestehender gestorben, so dass ich nicht
sagen kann, wie sie das verarbeiten würden.
Ich hoffe allerdings, dass sie es
einigermaßen überstehen können,
weil es bei uns kein Tabu-Thema ist.
Dass auch Kinder an
schweren Krankheiten lebensgefährlich
erkranken oder gar sterben können, ist
traurige Wahrheit. Manche kann man mit Hilfe einer
Knochenmark-
oder
Stammzellenspende
retten. Für andere kommt diese Spende zu
spät. So wie für Gizem, die am 11.
September 2002 start. Ihr Geschichte und die ihrer
beiden (ebenfalls erkrankten, aber noch lebenden)
Geschwiste kann man hier nachlesen: Helft
Gizem. Und
im nachfolgenden Beitrag berichtet eine der
Organisatorinnen der großen Such- und
Hilfsaktion von Gizems Beerdigung.
Bericht von
Caroline:
Beerdigung im
Islam
Nun, nachdem wir
Gizem beerdigt haben, kann ich sagen, dass ich sehr
glücklich bin, dabei gewesen zu sein. Wir
deutschen Frauen waren in vielen Punkten unsicher.
Was zieht man an, brauchen wir ein Kopftuch, bringt
man Blumen mit, was erwartet man von uns? Die
Blumenfrage war rasch geklärt - im Islam ist
Blumenschmuck unüblich.
Für 13 Uhr war
die rituelle Waschung in der Moschee geplant.
Nermin und ihre Schwestern nehmen uns mit in den
Gebetsraum der Frauen, Schuhe ausziehen - alle
tragen Kopftuch. Nermin spürt unsere
Unsicherheit, holt Kopftücher hervor. "Ihr
müsst nicht, aber Ihr könnt, wenn Ihr
wollt." In diesem Moment empfinde ich es als
selbstverständlich - wenig später
gehören wir auch optisch dazu. Die
Atmosphäre ist relativ entspannt. Einige
Frauen weinen zwar, die meisten sitzen aber an der
Wand entlang auf Kissen und Sesseln, unterhalten
sich.
In einem kleinen
Nebengebäude ist eine Wasserstelle. Der Raum
ist verschlossen. Wir wissen, in diesem Raum wird
Gizem gewaschen. Gewaschen von ihrer Mutter
Neslihan, der Großmutter und zwei weiteren,
älteren Frauen, die sich mit dem Ritus der
Waschung auskennen. Es ist im Islam üblich,
dass weibliche Verstorbene von den weiblichen
Familienangehörigen gewaschen werden,
männliche Tote von den männlichen
Verwandten. Ich bewundere Gizems Mutter - denke bei
mir "Das könntest Du nicht." Wir gehen hinein
- Gizem liegt, in weiße Tücher
gewickelt, im Sarg. Friedlich sieht sie aus, als
würde sie schlafen.
Der Sarg wird
verschlossen und steht nun unter freiem Himmel vor
der Moschee auf einer hölzernen Schulbank.
Bedeckt wird der Sarg mit einer Flagge. Später
erfahren wir, dass nur im Krieg Gefallene und
Kinder eine Flagge auf ihrem Sarg liegen haben -
bei ihnen ist man sich sicher, dass sie in den
Himmel aufgenommen werden.
Wir kehren
zurück in den Gebetsraum. Vom Raum, in dem die
Männer ihre Gebete verrichten, wird der Ton in
das Zimmer der Frauen übertragen. Einige der
Frauen beten mit, andere sitzen wie zuvor an der
Wand entlang. Nach ungefähr zwanzig Minuten
kehren wir ins Freie zurück - dort werden
gemeinsam weitere Gebete gesprochen. Danach geht es
zum Friedhof.
Es sind cirka 60
Männer anwesend - abwechselnd tragen sie den
Sarg zu der Stelle, an der Gizem ihre letzte Ruhe
findet. Es ist eine stille, aber nicht verzweifelt
traurige Prozession, die sich den kurzen Weg an
einer lebhaft befahrenen Straße entlang
bewegt. Voran die Männer mit dem Sarg, ein
gutes Stück dahinter die rund 50 Frauen. Die
eigentliche Beerdigung ist im Islam
Männersache. Die Frauen stehen ein Stück
entfernt von der Grabstätte, die Männer
lassen den Leichnam in die Erde und füllen das
Grab komplett mit Erde auf. Alle Männer helfen
mit. Alle hocken sich auf die Erde - der Hodscha
stimmt einen Trauergesang an. Nach vielleicht zehn
Minuten des Betens in dieser Hockstellung ist die
Trauerfeier beendet.
Der
ganze Text
Bericht von Ivonne
aus A.:
Beerdigung der
Großmutter
Am 1. Januar ist
meine Oma Leonies (war zu dem Zeitpunkt 5) Uroma
gestorben. Sie war sehr alt und krank, und es war
abzusehen, dass sie stirbt. Sie hatte zwar nicht
sehr viel Kontakt zu ihr, aber sie wollte mit zur
Beerdigung. Ich habe ihr erklärt, dass man
sich bei einer Beerdigung nochmal von dem Menschen
verabschieden kann und das wollte Leonie auch. Die
Beerdigung war letzte Woche und es hat gut
geklappt.
Ich weiß
noch, dass meine Eltern als ich klein war, nicht
auf die Beerdigung meines Opas mitgenommen haben.
Sie dachten, ich wäre zu klein. Ich bin bis
heute traurig darüber.
Ich habe Leonie
vorher die Beerdigung erklärt, was gemacht
wird und warum. Und auch, dass die Verwandten die
kommen, die traurig sind, dass die Oma gestorben
ist (Leonie war ja auch traurig) und deswegen
vielleicht auch weinen. Ich hab ihr auch
erklärt, dass es okay ist, wenn sie weinen
muss. Leonie wusste aber auch, dass Oma sehr alt
und krank war und daß sie Schmerzen hatte und
dass ihr Körper einfach nicht mehr konnte. Sie
weiß, dass die Oma im Himmel ist, nur ihr
Körper wurde beerdigt.
Ich denke, dass
für Erwachsene der Tod und das damit
verbundene Loslassen schwerer ist als für
kleine Kinder. Die haben da meist ein anderes
Selbstverständnis. Leonie ist überzeugt,
dass die Oma sie immer sieht und auf sie aufpasst,
das macht das Ganze für sie leichter. Sie ist
für sie nicht "nicht mehr da" wie Erwachsene
das sehen.
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Fragen
und Antworten
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Wie erleben Kinder
Trauer?
Das ist sehr
unterschiedlich. Auch die Länge der
Trauerbewältigung ist sehr verschieden. Es ist
wichtig, auf kleine Signale zu achten, nicht das
Kind zu bedrängen. Es ist wichtig,
zuzuhören und da zu sein und Ängsten
ruhig und liebevoll zu begegnen: Kinder fühlen
sich schuldig oder haben Angst, andere oder sie
selbst könnten gleich sterben. Wenn die eigene
Trauer zu groß ist, können auch andere
Verwandte helfen. Hilfreich und auffangend sind
auch spezielle Trauerseminare z.B. für
Geschwisterkinder. Rituale helfen, Abschied zu
nehmen (Luftballons mit Briefen an den Verstorbenen
steigen lassen, einen Brief ins Grab
mitgeben...)
Kinder
trauern
Was schreibe ich
in eine Kondolenzkarte?
Manche empfinden es
tröstlich, ein Gedicht zu lesen. Es mag auch
andere geben, die finden das immer wieder gleiche
Gedicht vom "Kleinen Prinz" in den Beileidskarten
nicht mehr individuell und einfühlsam, sondern
eher einfallslos. Freunde und Verwandte sollten
ehrlich schreiben, was sie denken oder
wünschen: "Ich konnte es nicht glauben", "Ich
weiß nicht, was ich schreiben soll",
schön sind Erinnerungen an den Verstorbenen,
die in einem Brief noch einmal geschildert werden
können und so zeigen, dass man sich Gedanken
über den Verstorbenen gemacht hat. Angebote
wie "Ich bin für euch da" oder "Ich höre
dir zu" sollten dann auch Ernst genommen werden und
Anruf oder Besuch folgen.
Kondolenzsprüche
Sollen Kinder
auf eine Beerdigung?
Wenn jemand da ist,
der an der Seite des Kindes ist, gehört auch
ein Kind auf Beerdigungen. Trauer und Tod
gehören zu unserem Leben dazu. Dränge das
Kind aber zu nichts, was es nicht
möchte.
Erfahrungsberichte
im Babyzimmer.de zum Thema Beerdigungen und Trauer
von Kindern.
Was ziehe ich
bei einer Beerdigung an?
Bei eigenen nahen
Verwandten steht dir die Wahl der Kleidung frei,
wenn dir nicht nach schwarz ist, zieh an, was du
willst. Wenn du auf eine andere Beerdigung gehst,
ist es eine Frage des Respekts, zu reagieren, wie
es die Trauernden wünschen. Beispiel: Bei der
Beerdigung des Schwiegervaters gehört sich
schwarze bzw. gedeckte Kleidung, wenn klar ist,
dass die Schwiegermuter viel Wert auf Konventionen
legt. Kinder sollten der Witterung angemessen
gekleidet sein. Lass Kinder aussuchen, was sie
tragen möchten und lass sie ruhig ihr
Lieblingskleid tragen.
Wie bereite ich
mein Kind auf eine Beerdigung/ eine Trauerfeier
vor?
Vielleicht so? "Bei
einer Beerdigung kommen viele Menschen zusammen,
die den Verstorbenen gekannt und gemocht haben, um
Abschied von seinem Körper zu nehmen. Den
braucht er jetzt nicht mehr - seine Seele ist
längst an einem anderen Ort.
Der tote
Körper liegt in einem Sarg. Dieser ist mit
Blumen geschmückt und steht ganz vorne in der
Kapelle. Der Pfarrer und vielleicht noch andere
Menschen halten eine Rede, in der sie sich an den
Verstorbenen erinnern. Es wird gesungen, vielleicht
kommt ein Lieblingslied vom Band - oder es spielt
sogar eine Kapelle.
Sicher werden viele
Menschen weinen - möglicherweise wir auch. Das
liegt daran, weil wir den, der gestorben ist, so
lieb gehabt haben und schrecklich vermissen. Aber
man darf auch bei und nach einer Beerdigung lachen
und fröhlich sein - zum Beispiel, wenn man
sich an Erlebnisse mit dem Verstorbenen erinnert,
die lustig waren.
Nach dem
Gottesdienst in der Friedhofskapelle gibt es einen
Zug zum Grab: Vorne der Sarg, dann die engsten
Verwandten, dann der Rest. Am Grab spricht der
Pfarrer ein Gebet und alle werfen eine Blume oder
eine Handvoll Erde ins offene Grab. Dabei ist
Gelegenheit - laut oder stumm - nochmal etwas zum
Verstorbenen zu sagen.
Oft treffen sich
alle Trauergäste nach der offiziellen
Beerdigung in einem Gasthof zum "Leichenschmaus".
Dabei darf man auch Lachen und Herumrennen, wenn
man ein Kind ist.
Tag
des Friedhofs
Wie erkläre
ich eine Urnen-/Seebeisetzung?
Einfach so, wie es
ist? Es gibt verschiedene Formen des Umgangs mit
dem Körper nach dem Tod, den der Mensch dann
ja nicht mehr braucht. Der Verstorbene hat sich
vorher gewünscht, was für ihn das
Passende ist. Manche wünschen sich, in der
Erde bestattet zu werden (vielleicht an einer
besonderen Stelle, unter einem Baum etc.). Manche
wünschen sich, dass ihr Körper verbrannt
wird (und die Asche möglicherweise verstreut
wird).
Sollte sich mein
Kind vom verstorbenen Großelternteil /
Elternteil / Geschwisterkind / Angehörigen /
Kindergarten-/Schulfreund
verabschieden?
Ob ein Abschied am
offenen Grab oder unmittelbar nach dem Tod (im
Krankenhaus oder zu Hause) stattfinden sollte, kann
und muss immer individuell beantwortet werden.
Nicht jedes Kind verkraftet den Kontakt mit einem
Verstorbenen - und manche Menschen verändert
sich bereits wenige Stunden nach ihrem Tod bereits
so drastisch, dass Kinder sich bei dem Anblick
ängstigen könnten. Ist der Verstorbene
weitgehend optisch noch derselbe (meist unmittelbar
nach dem Tod), gibt es keine Gründe, die gegen
einen Kontakt sprechen. Im Gegenteil macht es den
Verlust fast noch greifbarer. Es ist für das
Kind dann - wenn irgend möglich - wichtig,
Abschied zu nehmen, weil es sonst Phantasien
entwickeln kann, dass der Verstorbene
möglicherweise nicht tot ist oder noch gelebt
hat.
Ab welchem Alter
kann man mit Kindern über Tod
sprechen?
Ab dem Moment, wo
sie fragen. Antworte konkret auf die Fragen, die
kommen. Antworte, solange sie weiterfragen und
weiche nicht aus, denn unbeantwortete oder unklar
beantwortete Frage verwirren und
ängstigen.
Was ist
eigentlich Krebs?
Eine Krankheit
kindgerecht zu erklären, die oft auch
Erwachsene nicht wirklich verstehen können,
ist alles andere als leicht. J.B. aus der Schweiz
hat diese
Worte
gefunden, um ihren - damals 3 und 5 Jahre alten
Kindern - die Krebserkrankung ihres Bruders
David
zu erklären.
|
|
Wie
kann ich mich dem Thema spielerisch
nähern?
|
Sich dem Tod
spielerisch nähern?
Geht das?
Ja - wie man an den
nachfolgenden beiden Angeboten sieht:
Museumskoffer
Vergissmeinicht
Über das
Sepulkralmuseum
in Kassel können Kindergärten und Schulen
den Museumskoffer "Vergissmeinicht" bestellten
(z.Zt. gegen Gebühr von 50 Euro). Der Koffer
mit Inhalt zum Thema "Sterben und Tod, Bestatten,
Trauern und Erinnern" richtet sich an Kinder von 5
bis 12 Jahren, die in spielerischer Weise an die
Themen Sterben, Bestatten, Trauern und Gedenken
herangeführt werden sollen.
Bilder,
Arbeitsblätter, Objekte, Filme und
Musikstücke eröffnen dabei den Einstieg
in das Thema. Stethoskope, Federn und Taschenlampen
beleuchten den Tod von der medizinischen Seite. Und
weil durch spielerische Elemente
Berührungsängste mit dem Thema leichter
überwunden werden, kann mit Schminke,
Sonnenbrille und Hut mit Schleier eine Beerdigung
als Rollenspiel nachgespielt werden.
Mehr über den
Koffer, seinen Inhalt und die Möglichkeit,
damit zu arbeiten, ist auf der Webseite des
Sepulkralmuseums
zu erfahren.
Erzähl
mir was vom Tod...
Entwickelt und
realisiert vom Kindermuseum im FEZ-Berlin in
Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen zu
Halle ist eine ungewöhnliche interaktive
Ausstellung
zum Davor und
Danach
entstanden, die schon an vielen Orten in
Deutschland gezeigt wurde. Sie richtet sich an
Menschen zwischen 8 und 99 Jahren und nähert
sich in 14 Stationen ernsthaft und kindgerecht dem
Thema, mit dem wir in unserer Gesellschaft oft mit
Sprachlosigkeit und Angst verbinden.
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Tote
Haustiere
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Bericht von
Ruth:
Unser Kater wurde
im Strassenverkehr getötet, als wir nicht
zuhause waren. Er ist dann vom örtlichen
Jäger (Niedersachsen auf dem Lande) geholt und
im Moor "für die Füchse" gelegt worden.
Als wir wiederkamen, brach für den Sohn, der
mit dem Tier aufgewachsen war und das ihn sehr
mochte und umgekehrt, die Welt zusammen. Es war
für den Sohn, damals acht, sehr wichtig, das
tote Tier (gottseidank äusserlich unversehrt)
noch einmal zu sehen. Er hätte sonst nicht
geglaubt, dass es tot war und er hätte wohl
jeden Abend nach ihm gerufen. Ich habe den
Jäger angerufen, der hat uns das Tier nochmal
gebracht in einer Kiste. Das Lind durfte sich
überzeugen, dass das Tier gestorben war. Die
Trauer war groß. Wir haben ein Fotoalbum mit
Bildern von dem Kater für das Kind gemacht.
Das hat geholfen.
Darf ich mein
Haustier im Garten beerdigen?
Ja, im eigenen
Garten dürfen Haustiere beerdigt werden, nicht
jedoch im Wald, Park oder auf öffentlichen
Plätzen. Wer sein Tier im Garten begraben
möchte, muss einen formlosen Antrag auf
Hausbestattung beim zuständigen
Veterinäramt stellen, dort erfährt er
auch, welche Bedingungen mit dem Tiergrab im Garten
verknüpft sind (alt:
Tierkörperbeseitigungsgesetz, neu: Verordnung
(EG) Nr. 1774/2002, v.a. Art. 24).
Darüberhinaus können tote Tiere auf einem
der 120 Tierfriedhöfe in Deutschland beerdigt
werden oder dem Tierarzt gebracht werden, der die
Tiere einer Tierverbrennungsanstalt übergeben
muss.
|
Diese Seite
wurde gestaltet
von Michaela
Pelz und
Iris
Groschek,
November 2006
aktualisiert November 2008
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