Bücher für Kinder rund ums Thema Tod und Sterben

 

Die Blumen der Engel

Vom Weinen kriegt man Durst

Yashas Vater

Auf Wiedersehen, Mama

Abschied von Opa Elefant

Und was kommt nach tausend?

 Warum, lieber Tod?

Für immer mein Opa


 Du bist tot - ich lebe. Trauernde Geschwister


 Du wirst immer bei mir sein

 Wohnst du jetzt im Himmel? Ein Abschieds- und Erinnerungsbuch


 Helft Kindern, den Tod zu begreifen (Broschüre des deutschen Bestattungs-gewerbes)


Für Eltern: 

Kinder und Tod. Ratgeber

Elisabeth Kübler-Ross: Kinder und Tod

 

Zum Sehen: 

Willi wills wissen - wie ist das mit dem Tod?

Willi wills wissen - wie ist das mit dem Tod?

Die Sendung mit der Maus - Beerdigung

Abschied von der Hülle

Die Sendung mit der Maus hat uns erklärt, wie ein Auto gebaut wird, wie die Ritter lebten und vieles andere mehr. Armin Maiwald hat es aber auch gewagt, sich in einer halbstündigen Sondersendung mit einem Thema zu beschäftigen, das sonst von Erwachsenen lieber vermieden wird - dem Tod. Er hat einen Zwillingsbruder "erfunden", der ganz plötzlich verstirbt und beschreibt, was alles danach kommt: Die Vorbereitungen für die Beerdigung, aber auch seine eigenen Gefühle.

HIER kann man nachlesen, womit sich die Sendung (die es auch auf DVD zu kaufen gibt) genau beschäftigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kinder und Tod

Tod Sterben Kinder

Wenn die Großeltern alt werden.
Wenn das Haustier eingeschläfert werden muss.
Wenn die Schwester schwer krank ist.
Wenn ein Elternteil stirbt.

Wie erklären wir das, was passiert ist, unseren Kindern? Wie verarbeiten Kinder Trauer und Tod?

Wir berichten, was andere Eltern getan haben und wie sie helfen konnten.

Kinder trauern

Bücher zum Thema Tod

Wie kann ich mich dem Thema spielerisch nähern?

Sternenkinder

Krankheit und Tod

Alter und Tod

Hilfreiche Adressen

Links / Austausch

Umgang mit Kindern, die mit dem Tod konfrontiert sind (Wie kann ich helfen?)

Erfahrungsberichte Beerdigungen

Kinder und Tod. Fragen und Antworten

Tote Haustiere

Aktuelles

Worldwide CandleLighting 2008

Kerzen leuchten weltweit am 14. Dezember 2008 um 19:00 Uhr, um aller verstorbenen Kinder zu gedenken - damit ihr Licht immer scheinen wird. Wenn die Kerzen in der einen Zeitzone niederbrennen, werden sie in der nächsten angezündet. So wird für unsere Sternenkinder 24 Stunden lang eine Welle von Licht um den Globus wandern (siehe auch  muschel.net).

Tod Engel Ausstellung Kinder

Erzähl mir was vom Tod

Die sehr empfehlenswerte interaktive Wanderausstellung, in der Menschen ab dem Grundschulalter an 14 Mitmach-Stationen an das Thema Tod herangeführt werden, ist zuletzt im FEZ Kindermuseum in Berlin FEZ Kindermuseum in Berlin zu sehen gewesen.

 Willi wills wissen - wie ist das mit dem Tod?

Auch im KiKa gibt es Sendungen, die sich mit den Themen Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag und damit mit dem Tod befassen, so wie

Willi wills wissen "Wie ist das mit dem Tod?"
Willi wills wissen "Was hat man, wenn man Krebs hat?"
Anja & Anton "Das Geheimnis der Toteninsel"

Kinder und Tod


Hilfe für trauernde Kinder

Wenn ein Geschwisterkind stirbt, haben Eltern manchmal nicht die Kraft, dem lebenden Kind genug Unterstützung zu geben. Außenstehende sprechen eher die Eltern an. Deshalb sollten Eltern sich bemühen, dem Kind immer wieder zu sagen, wie wichtig es ist und wie lieb sie es haben und dass die eigene Trauer diese Liebe nicht schmälert.

Ein Kind hat viele Fragen - die sollen und müssen ehrlich beantwortet werden, z.B. dass der Tod endgültig ist und dass der Verstorbene nicht mehr zurückkehrt. Auch warum jemand gestorben ist, soll kindgerecht beantwortet werden - aber es sollte auf Fragen gewartet werden, nicht das Kind mit zu viel Informationen überschüttet werden, das es nicht verarbeiten kann.

Keine verschönigende Worte benutzen wie "Oma ist eingeschlafen" oder "Gott hat den Bruder gerufen", das verwirrt Kinder und erzeugt Ängste.

Halte deine eigene Trauer nicht zurück, sag, dass du traurig bist und weine auch in Anwesenheit des Kindes. Erkläre, warum du traurig bist. Nehmt euch in den Arm.

Häufig haben Kinder Schuldgefühle, wenn sie z.B. in der Vergangenheit mit dem inzwischen verstorbenen Geschwisterkind gestritten haben - daher sollte man immer wieder sagen, dass man nicht Schuld am Tod ist und dass der Verstorbene das Kind sehr lieb gehabt hat.

Auch Kinder müssen die Möglichkeit bekommen, sich zu verabschieden. Wie, könnt ihr gemeinsam überlegen.

Manchmal entwickeln sich Kinder emotional wieder etwas zurück - sie bekommen Bauchschmerzen, nässen ein oder können sich in der Schule nicht mehr konzentrieren. Sie können sehr anhänglich und ängstlich werden oder aggressiv. Das ist vorübergehend genauso normal wie ein nicht-wahrhaben-wollen oder ein betontes Lustigsein. Hier hilft nur Geduld und Aufmerksamkeit und ein Zuhören, wo die Ängste des Kindes liegen.

Kinder brauchen Erinnerungs-Rituale, das kann ein Gegenstand sein, der das Kind weiter begleitet oder ein z.B. am Todestag immer wiederkehrendes Ritual, wie im Lieblingsrestaurant des Verstorbenen Essen zu gehen. Ein wichtiges Ritual auch für Kinder ist es, Kerzen im Gedenken an einen Verstorbenen anzünden.

Kinder können Trauer oft leichter kreativ verarbeiten: Es kann malen, schreiben, ein Trauertagebuch führen. Es kann einen Brief an den Verstorbenen schreiben und den mit einem Luftballon in den Himmel oder auf ein Schiffchen am Fluss setzen.

Ideen für Rituale, die auch für Kinder geeignet sind:

- Gedichte / Briefe / Zeichnungen für den Verstorbenen anfertigen und ihn ans Grab / in den Himmel / auf den Fluss in Richtung Verstorbenen schicken

- eine Kerze anzünden (zuhause oder in der Kirche)

- einen beschrifteten Erinnerungsstein im Garten oder im Zimmer aufstellen

- einen Baum im Garten pflanzen

- ein Trauertagebuch führen

- in einer Schachtel besondere Erinnerungen an den Verstorbenen aufbewahren (Bilder, Fotos, Postkarten...)

- am Jahrestag des Todes oder des Geburtstages des Verstorbenen ganz bewusst an ihn denken, ein bestimmtes Lieblings-Restaurant besuchen, seine Musik hören o.ä.

 

Hinweise einer Hospizmitarbeiterin

Wenn jemand nach schwerer Krankheit stirbt, haben manche Kinder auf einmal Angst vor Krankheiten bei sich selbst. In dem Fall kann man ruhig zum Arzt gehen, und das Kind durchchecken lassen. Ein "Okay" vom Arzt hilft den Kindern dann enorm.

Und natürlich darauf hinweisen, dass man schon sehr, sehr krank sein muss, um an einer Krankheit zu sterben.

Auf Fragen auch nicht verschweigen, dass da jemand demnächst sterben muss.

Und die Kinder nicht ausgrenzen! In einem Fall wollte ein sterbender Vater seinen Sohn "schützen", indem er ihm einen Besuch bei sich "verbot" (Thema: Anders in Erinnerung behalten). Der Sohn legte das als Zurückweisung aus. Nach dem Tod des Vaters musste der Sohn also mit der Trauer, den neuen Lebensumständen und der Zurückweisung (wegen der er richtig wütend und enttäuscht war) leben. In einer Themenwoche im Kiga wurde dann von anderen Kindern der Hinweis darauf geliefert, warum der Vater ihn zum Schluss nicht mehr sehen wollte. Erst danach konnte das Kind richtige Trauerarbeit leisten.

Auf Fragen der Kinder, die man selber nicht beantworten kann ("Wo ist Papa jetzt?", "Ist Opa auf einer Wolke?" etc.) sich das Kind nehmen, mit ihm kuscheln, und eine Gegenfrage stellen: "Was meinst du denn?" Kinder haben sich oft schon ihre eigenen Gedanken gemacht, die sie dann gerne mitteilen. Und die man dann auch bestätigen kann: "Ja, das kann gut sein, mein Schatz." Das reicht oft aus.

Kinder haben auch oft Angst, die Erinnerung oder die Verbindung an die Gestorbenen zu verlieren. Hier kann das Aufsagen eines Textes (z.B. "Aus unseren Tränen wird ein Fluss, der die Verbindung herstellt" - öffnet die Tränenkanäle und schafft eine logische Verbindung zu den Verstorbenen), bewusste Aufzeichnungen in ein "Trauertagebuch" oder andere Rituale helfen.

 

Broschüre des Bundesverbandes Deutscher Bestatter

Vielfältig genutzt als Grundmaterial für die Erwachsenenfortbildung von Kindergärten, Schulen und kirchlichen Stellen, kann diese Broschüre auch betroffenen Angehörigen oder Freunden Hilfestellung leisten, wenn sie sich unsicher fühlen, wie sie einem Kind den Tod eines Familienmitgliedes verständlich machen sollen.

Aufgeteilt nach Altersgruppen (1.-5. Lebensjahr, 6.-10. Lebensjahr, ab zehn Jahre) werden verschiedenen Themen beleuchtet, z.B.: Wie stellen sich die Kinder den Tod vor? Welche Formulierungen sollte man vermeiden? Was kann man gemeinsam tun? Wie reagieren Kinder?

Ein kleines Literaturverzeichnis rundet das mit Kinderzeichnungen reich bebilderte Büchlein ab. Unproblematisch anfordern kann man es z.B. hier:

Helft Kindern, den Tod zu begreifen

 

Links: Kinder trauern

Wenn Kinder trauern von Trauerbegleiter Oliver Junker, Germering

Umgang mit Tod und Trauer in Schule und Kindergarten (Hospizratgeber für den Unterricht)

Kindertrauer 

Kinderfragen, Trauerbewältigung, Informationen für betroffene Kinder

Kinder und Trauer

Prof. Christoph Student gibt seine Erfahrung zum Thema Kinder und Tod weiter.

Kinder auf das Thema Tod vorbereiten (von Prof. Christoph Student)

Wie Kinder Tod und Trauer erleben (von Theologin Christine Fleck-Bohaumilitzky)

 

Bücher zum Thema Tod - erzählende Literatur


Bilder- und Kinderbücher

Eltern

Auf Wiedersehen, Mama

Ein Stern namens Mama

Mama ist gegangen

Yashas Vater

Du wirst immer bei mir sein

Großeltern / Verwandte

Abschied von Opa Elefant

Und was kommt nach tausend?

Matti und der Großvater

Ein Wolkenlied für Omama

Hat Opa einen Anzug an?

Opas Engel

Vom Weinen kriegt man Durst

Seinen Opa wird Jan nie vergessen

Flieg, Hilde, flieg

Großmutter

Geschwister / Freunde

Abschied von Rune

Max, mein Bruder

Die Hälfte des Himmels gehört Bo

Die Blumen der Engel

Fee. Schwestern bleiben wir immer

Es sind die Wolken, die die Sterne bewegen

Birgit. Eine Geschichte vom Sterben

Wenn ich nicht mehr bei dir bin

Lilly ist ein Sternenkind


Klassiker

Die Brüder Löwenherz

Sonnenau

Klingt meine Linde

allgemein

Warum, lieber Tod?

Und was kommt dann?

Über den großen Fluss

Lakritzbonbons

Tiere

Gehört das so? Die Geschichte von Elvis

Die besten Beerdigungen der Welt

Adieu Herr Muffin (Großeltern)

Leb wohl lieber Dachs (Großeltern)

Adieu Herr Muffin

 

Bücher zum Thema Tod - Sachbücher


Geschwister sterben

Du bist tot - ich lebe. Trauernde Geschwister

Um Kinder trauern. Eltern und Geschwister begegnen dem Tod

 
Sterbenskranke Kinder

Im Himmel welken keine Blumen. Kinder begegnen dem Tod


Freunde, Eltern, Großeltern sterben

Elisabeth Kübler-Ross: Kinder und Tod

Kinder trauern anders. Wie wir sie einfühlsam und richtig begleiten

Trennung, Verlust, Trauer. Was wir unseren Kindern sagen, wie wir ihnen helfen

Für Zeiten der Trauer - Wie ich Kindern helfen kann

Wir nehmen jetzt Abschied. Kinder und Jugendliche begegnen Sterben und Tod

Da sein, wenn Kinder trauern

Sternenkinder


Kinder, die großer Bruder oder große Schwester werden sollen, freuen sich meist mindestens genauso sehr wie die Eltern über den Familienzuwachs.

Doch was, wenn das Baby bereits im Bauch verstirbt -oder bei bzw. kurz nach der Geburt?

Nicht nur die Eltern sind dann völlig verstört - auch die Geschwister müssen aufgefangen werden.

Die nachfolgenden Links führen zu "Sternenkinder"-Seiten, auf denen Betroffene, Angehörige und Freunde nicht nur Trost und Kontakt finden, sondern auch konkrete Hinweise, wie sie mit den Geschwisterkindern umgehen und ihnen die Situation erklären können.

Muschel.Net

Engelskinder

Engelskinder Schweiz

Schmetterlingskinder

Regenbogen

LaLeLu

 

Erfahrungsbericht von Katrin:

Am 13. August 2006 wurde mein Sohn Adrian in der 37. Woche still geboren. Ursache seines Todes war ein doppelter Nabelschnurknoten. Am Morgen seines Todes war ich noch in der Klinik zur Untersuchung, da war alles in Ordnung, abends lebte ernicht mehr, es geschah also alles mehr als plötzlich.

Meine Tochter Liliane war zu diesem Zeitpunkt fast 6 Jahre alt und hat die Schwangerschaft sehr bewusst mitbekommen. Wir haben ihr sehr früh davon erzählt, und sie hat Adrian von Anfang an als Familienmitglied betrachtet. "Wenn das Baby da ist" war einer ihrer häufigsten Sprüche in dieser Zeit. Am Wochenende, bevor der Kleine starb, hatten wir gerade alle zusammen das Kinderzimmer eingerichtet.

Als ich von Adrians Tod erfuhr, war Frank mit Liliane alleine zuhause. Als er aus der Klinik angerufen wurde, hat er ihr nicht gleich gesagt, was los ist, sondern sie über Nacht bei einer Freundin untergebracht. Am nächsten Tag hat er es ihr dann behutsam beigebracht, und ich konnte noch mit ihr telefonieren. Ich lag ja noch in den Wehen, und sie sagte immer nur: "Schade, dass das Baby gestorben ist," und "so ein blöder Knoten". Aber sie weinte nicht und wirkte insgesamt recht gefasst.

Am nächsten Tag holte sie mich dann zusammen mit Frank aus der Klinik ab. Sie sagte immer noch nicht sehr viel, insgesamt hatte ich den Eindruck, dass sie alles noch nicht so richtig realisiert hatte. Das ging uns aber allen so. Am nächsten Tag kam ein Herr vom Beerdigungsinstitut, und wir besprachen die Beerdigung. Liliane war von Anfang an bei allem dabei, wir nahmen sie auch mit, als wir die Grabstelle aussuchten, und sie durfte mit entscheiden, welche Blumen auf den Sarg sollten. So langsam fing sie an, Fragen zu stellen, wobei sie insbesondere Einzelheiten der Beerdigung interessierten. Frank und ich waren uns einig, dass wir mit dem Thema und ihren Fragen völlig offen umgehen würden und beantworteten alles, was sie wissen wollte, natürlich in kindgerechter Weise.

Der Tag darauf war wohl für sie der schwerste, denn sie realisierte so langsam, dass der Kleine tatsächlich tot war und nicht wiederkommen würde. Wir waren in ein Spielzeuggeschäft gefahren, um ein Plüschtier für Adrian auszusuchen. Liliane wollte den häßlichsten Teddy, den sie finden konnte, mit der Begründung, dass etwas anderes nicht lohnen würde, weil es ja ohnehin verbuddelt würde. Wir haben aber doch ein sehr süßes kleines Nashorn ausgesucht.

An diesem Nashorn hing Liliane den ganzen Tag lang, und man merkte sehr deutlich, daß es für sie Adrian symbolisierte. Sie fragte immer wieder, ob es denn auch verbuddeln werden würde und wann es wiederkommen würde. Ich bemühte mich, ihr klar zu machen, dass das Nashorn genauso wie Adrian nie mehr wiederkommen würde. Es war sehr schwer für sie, und sie weinte und weinte, als ihr das klar wurde. Sie tat uns so leid, dass wir wirklich am Überlegen waren, ihr dieses Nashorn zu lassen, kamen dann aber zu der Entscheidung, dass sie sich von ihm genauso trennen muß wie eben von ihrem kleinen Bruder. Sie durfte es aber über Nacht bei sich behalten. Sie stellte an diesem Tag auch Unmengen von Fragen über den Tod und ein Leben danach, die ich, so gut ich konnte oder eben auch nicht, beantwortete.

Am nächsten Morgen wollte Frank das Nashorn zum Beerdigungsinstitut bringen, damit es in den Sarg gelegt werden konnte. Liliane klammerte sich wieder verzweifelt daran fest. Ich nahm sie in den Arm und erklärte ihr, dass sie diesem Nashorn jetzt alles sagen könnte, was sie Adrian gerne sagen würde, und ihm dann "Tschüß" sagen müßte, so wie Adrian auch. Das tat sie dann auch, und danach, als Frank dann weg war, schien es ihr wesentlich besser zu gehen, und ich hatte den Eindruck, dass sie sich jetzt mit der Situation so ziemlich abgefunden hatte.

Wir kamen zuerst gar nicht auf die Idee, dass Liliane Adrian noch einmal sehen sollte, sondern sie war es, die uns darauf brachte. Zuerst waren wir nicht dafür, aber sie bestand darauf. Ich rief daraufhin den Bestatter an und fragte ihn, was er davon halten würde. Er riet uns aber ab. Adrians Tod war zwischenzeitlich schon ein paar Tage her, und er meinte, dass er sich doch jetzt sehr verändert hätte. Daraufhin haben wir es dann gelassen. Im nachhinein bedaure ich das jetzt, man hätte es eben gleich machen müssen. Adrian war ja ein ganz süßes Baby, und Liliane hätte auf diese Weise eine bessere Vorstellung von ihm bekommen. Immerhin kannte sie ihn ja nur durch meinen Bauch hindurch. Aber wir zeigten ihr ein Foto von ihm, und sie hat jetzt auch eines auf ihrem Schreibtisch stehen.

Zur Trauerfeier kam sie ganz selbstverständlich mit, und sie bestand auch darauf. Wir waren übrigens alle ganz normal angezogen und hatten auch alle Gäste gebeten, nicht in schwarz zu kommen, denn wir wollten keine schwarze Menschenmenge um den winzigen Sarg stehen haben. Es waren auch mehrere Kinder da, und Liliane sah das alles eher als große Familienfeier an. Bezeichnend ist allerdings, dass sie während der Trauerfeier nicht neben uns sitzen wollte, sondern neben der Mutter ihrer besten Freundin, als wenn sie spürte, dass wir diese Zeit mit unserem Sohn ganz für uns brauchten.

Nach der Feier nahmen wir alle am offenen Grab Abschied, auch die Kinder, die das im übrigen äußerst interessant fanden. Liliane warf Blumen hinein, Frank warf aus Versehen ein Bild, das für Liliane bestimmt ist, woraufhin sie so einen Aufstand machte, dass er es wieder herausholen mußte...

Adrians Tod ist jetzt etwas länger als zwei Monate her, und ich habe das Gefühl, dass Liliane das alles recht gut verarbeitet. Ich bin sicher, das liegt vor allem an der Offenheit, mit der wir alle damit umgehen. Sie darf weinen, wenn sie weinen möchte, und jederzeit von ihm sprechen. Sie weint durchaus öfter abends, als wenn ihr dann, wenn alles ruhig wird, sein Tod einfällt, und dann ist sie eben traurig wie wir auch. Man merkt auch, dass ihr bewusst geworden ist, dass eben nicht nur alte und kranke Menschen, sondern auch Kinder sterben können, dass es auch sie treffen könnte oder ihre Eltern, und davor hat sie natürlich Angst. Ich ermutige sie immer wieder, von ihren Ängsten zu sprechen. Sie erzählt jedem, dass sie einen Bruder hat, was ich ganz toll finde. Ich habe ihre Lehrerinnen und Erzieherinnen natürlich informiert und auch gesagt, dass ich größten Wert darauf lege, dass Liliane ganz offen von diesem Thema sprechen darf, und bisher scheint es auch gut zu klappen.

Auch der Friedhof birgt für sie keinerlei Schrecken. Adrians Grab ist für sie sein "Kinderzimmer", und sie hilft uns mit großem Engagement beim Dekorieren. Auch hier beziehen wir sie in alles mit ein. Und manchmal ist sie auch eifersüchtig, wenn wir etwas Schönes für sein Grab kaufen, wie jedes andere Kind auf seinen jüngeren Bruder.

Insgesamt denke ich, dass wir auf einem gutem Weg sind. Ich hoffe, dass der Tod für Liliane einmal etwas sein wird, das eben, so traurig es auch ist, zum Leben dazu gehört und dass sie weiter so unbefangen damit umgehen wird. Vielleicht kann sie einmal besser Betroffenen beistehen, weil sie keine Berührungsängste hat, als die meisten Menschen es jetzt bei mir können. Ich bin auch sicher, dass es ihr leicht fallen wird, ihre Gefühle zu bezeichnen und sie auch auszuleben.

Es ist schwer für sie, ihren Bruder so plötzlich und unerwartet verloren zu haben, und manchmal "bestellt" sie ein neues, lebendiges Baby, wie wir es doch versprochen hatten, aber ich denke durch die große Offenheit und dadurch, dass sie in alles mit einbezogen wurde, wird sie ihre Trauer gut verarbeiten und ihre Freude am Leben behalten.

 

Erfahrungsbericht von Anne:

Meine Kinder haben im Juni diesen Jahres ihre Schwester verloren, als sie im 7. Monat der Schwangerschaft noch im Bauch starb.

Meine drei Jungs, 7,5 und 2 Jahre alt, habe sich von ihr verabschiedet. Sie lag auf einem schönen Kissen,war angezogen, lag in einem hellen Raum mit Kerzen und vielen Blumenblüten. Sie haben den Särglein von ihr bunt bemalt, ihren Namen darauf geschrieben. Wie haben uns alle um sie herum gesetzt und die Kinder durfte sie auch anfassen, spüren wie weich sie ist, sie streicheln und feststellen wie kalt sie ist, merken, dass sie sich nicht bewegt und wissen: Sie lebt nicht mehr. Sie ist tot. Sie schläft nicht, sondern sie ist gestorben. Die Kinder haben gelacht und auch mal geweint, bedauert, was sie alles nicht mit ihr machen können. Es dauerte so ca 2 Stunden.

Dann legten die Kinder sie in den Sarg und machten machten ihn auch zu. Ich hätte mir zwar gerne noch ein paar Augenblicke mit meiner Tochter alleine gewünscht, wollte aber genau diese Momente doch micht den Kindern teilen um ihnen den Abschied leicht zu machen.

Und so ist es. Es war eine runde, gute Verabschiedung. Echt - durch und durch. Keine Geschichten, keine Erfindung der Erwachsenen - sonder einfach die Wahrheit. Und nichts ist für uns alle besser als der Moment der Wahrheit.

Meine Jungs beten Abends für ihre Schwester, schicken ihr liebe Wünsche und besuchen sie wenn sie wollen am Grab, zünden eine Kerze an oder bringen Blumen. Wie sie wollen. Sie denken in Liebe an sie. Für die Kinder ist es nicht traumatisch, sie haben keine Ängste entwickelt, sondern einfach ihre kleine Schwester verabschiedet und in ihr Herz geschlossen.

Krankheit und Tod


Wird ein Angehöriger so krank, dass Gefahr (oder traurige Gewissheit) besteht, er werde sterben, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Das Kind von allem fern halten oder sich offen mit dem Thema auseinandersetzen.

Wir plädieren für die zweite Alternative: Ehrlich sein, wenn jemand so schwer krank ist, dass er sterben wird. Dann kann auch das Kind sich auf die Situation einstellen. Je nachdem, wie alt es ist, muss es keine Details wissen, sollte aber über die Tatsache informiert sein: "Der Opa wird sterben."

Falsche Hoffnungen zu schüren, ist fatal. Außerdem sollten auch Kinder die Möglichkeit haben, sich zu verabschieden und/oder noch mal ausdrücklich seine Zuneigung zu bekunden bzw. sich für etwas zu entschuldigen.

Es kann erklärt werden, dass es drei Gründe gibt, warum jemand stirbt: weil jemand sehr krank ist, weil jemand sehr schwer verletzt ist, wenn jemand sehr alt ist. Konkrete Aussagen nehmen Ängste.

 

Bericht von B. aus Hannover:

Meine Eltern (damals wurde meinem Vater ein halbes Jahr gegeben) waren damals einerseits enttäuscht, dass die Menschen einerseits das Thema übergingen und sie regelrecht "schnitten" (keine Anrufe, keine Fragen nach dem Befinden). Diese Unsicherheit der Leute wurde als mangelndes Intersse ausgelegt. Anderseits gab es auch die Menschen, die alles ganz genau wissen wollten, und von denen wir wussten, dass sie hinter dem Rücken anderer gerne klatschen. Das war auch nicht so das Wahre.

Von Freunden "unverkrampfte Anteilnahme" zu erhalten, hat gutgetan. Auch gemeinsames Lachen war erlaubt, lenkte ab und brachte Farbe und Freude in´s Leben. Insofern waren Kinder auch willkommen! Wir mussten nur die Besuche bei meinem Vater stark verkürzen, weil es eine so große körperliche Belastung war. Ansonsten hat es ihm schon Auftrieb gegeben.

Und dann gibt es ja den Spruch, dass Kinder nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen sehen: die Glatze, die mein Vater zeitweise hatte, störte Robin, damals 2-3 Jahre alt, nicht im geringsten. Ebenso wenig störte es Florian mit seinen fast drei Jahren, als sein anderer Opa im Krankenhaus lag und an einigen Schläuchen hing (die wir ihm dann erklärten, und gut war es). Er krabbelte sogar auf das Krankenhaus-Bett und kuschelte mit Opa (das war vor der OP, da ließ der gesundheitliche Zustand das zu). Opa war ganz begeistert und stolz, dass Florian mit ihm kuscheln wollte. Ich denke schon, dass der kleine Mann damit etwas Freude und "Action" in Opas Krankenhausleben brachte.

Dass Opa damals nur ein Schatten seiner selbst war, interessierte Florian nicht.

 

Bericht:

2002 ist mein Schwiegervater an Zungenkrebs erkrankt. Die Große war damals 6.5 Jahre alt, als er die Diagnose erhalten hat. Der Jüngere war damals zwei Monate alt. Die Prognose war sehr schlecht, es hiess, im besten Fall ein Jahr, mehr nicht. Mein Schwiegervater hat sechs Chemos in fünf Monaten über sich ergehen lassen müssen und es ging ihm je länger je schlechter.

Sprechen konnte er nur noch ganz schlecht, verstehen konnte ihn nur noch unsere Große ohne Probleme. Sie wusste von Anfang an, dass ihr Großpapa sterben würde. Sie hat seinen Verfall live mitgekriegt, sie hat ihn regelmäßig gesehen.

Als er ins Krankenhaus kam, eine Woche vor seinem Tod, da haben wir sie mit ins Krankenhaus genommen. Zwei Tage vor seinem Tod war sie das letzte Mal bei ihm, den Kleinen hatten wir auch dabei. Kurz danach ist er ins Koma gefallen. An dem Abend sagte meine Große zu uns, wir sollten dem Großpapa sagen, dass er sterben darf und soll, weil er dann keine Schmerzen mehr hätte...

Als er gestorben ist, waren wir bei einer Freundin. Mein Mann war bei seinem Vater. Er hat mich angerufen und gesagt, dass sein Vater tot ist. Unsere Große hat das direkt gespürt, sie kam aus dem Kinderzimmer und fragte: ist Großpapa tot? Ich sagte die Wahrheit. Sie sagte: gut, dann hat er jetzt keine Schmerzen mehr, zog sich an und sagte: komm Mama, ich will zu Großpapa, ich will ihn nochmals sehen. Ich wehrte ab und sagte, dass sie das am nächsten Tag kann. Sie hatte aber Angst, dass er dann schon begraben ist, ich hab ihr versprochen, sie darf ihn sehen, wenn sie will.

Am nächsten Tag sind wir ins Bestattungsinstitut mit unserer Großen. Mein Schwiegervater lag im offenen Sarg. Ich hab ihr vor der Tür gesagt, dass sie entscheiden wird, wann sie raus will und dass sie mich nachher alles fragen kann, was sie will. Sie ging rein, ging zum Sarg, legte eine Zeichnung rein, die sie für ihn gemacht hatte, streichelte seine Hand und setzte sich an den Sarg. Sie hat alles genau angeguckt, guckte ihn ständig an und sagte nach ca 15 minuten: so jetzt will ich gehen. Draussen meinte sie: er sieht aus, als ob er schläft. Damit war das Thema für sie erledigt.

Zur Beerdigung haben wir sie mitgenommen, sie war ganz normal angezogen, sie hat auch einmal geweint, weil ihr klar wurde, dass sie den Großpapa nie mehr sehen wird.

Ich würds immer wieder so machen, sie hat jetzt ein Foto vom Großpapa im Zimmer und wir erzählen uns oft Geschichten über ihn. Sie hat ihn nie vergessen und sie weiss noch genau, wie alles war. Sie hat aber nie schlecht geträumt oder so. Ich würd sagen, dass man das Kind selber entscheiden lassen soll, ob es den Toten nochmals sehen will oder nicht.

Ich selber hab nämlich damit ein sehr negatives Erlebnis: Ich war ca. 15 Monate alt, als mein Großvater starb. Er wurde in der Wohnung aufgebahrt und ich wollte immer zu dem Sarg hin und wollte reingucken, meine Mutter dachte, das geht nicht und hat mich immer weggeholt. Die Geschichte kannte ich nicht, das hat sie mir erst erzählt, als ich vor ein paar Jahren von meinem Albtraum erzählte, welchen ich als Kind bis ca. 16/17 sehr häufig hatte: Dass ich in ein Zimmer komme, wo ein Sarg steht und immer wenn ich reingucken will, ziehen mich schwarz gekleidete Kapuzenmänner davon weg... als ich das meiner Mutter erzählte, hat sie mir die Geschichte vom Tod ihres Vaters erzählt. Hätte sie mich damals gucken lassen, hätte ich vermutlich in meinen Augen einen Großvater gesehen, der schlafend daliegt, mehr nicht... ob ein Kind jemanden sehen darf, der gestorben ist, würd ich in erster Linie vom Wunsch des Kindes abhängig machen, allerdings würde ich auch darauf Rücksicht nehmen, ob das Kind z.B. die Krankheit des Toten miterlebt hat, d.h. ob es weiss, wie schlecht der Betroffene zum Schluss aussah.

 

Alter und Tod


Bericht von Michaela aus E.:

Als meine Oma wenige Wochen vor ihrem 101. Geburtstag starb, waren meine Kinder fünf und sieben Jahre alt. Sie hatten ihre "Uri" regelmäßig gesehen - allerdings nicht jede Woche oder jeden Monat, da sich das Pflegeheim, in dem meine Großmutter lebte, gut 150 km von unserem Wohnort entfernt war.

Leider baute die alte Dame nach ihrem 93. Geburtstag deutlich ab - vorher hatte sie noch aktiv am Geschehen in ihrer näheren Umgebung teilgenommen, sich für das, was in der Welt passiert interessiert, gekocht, ihre Wohnung allein sauber gehalten. Daher kannten meine Kinder eigentlich nur eine Frau, die mehr und mehr Schwierigkeiten beim Gehen hatte, mit der man sehr laut sprechen musste, bevor sie einen hören konnte, die eher einsilbige Antworten auf Fragen gab und von sich aus wenig zur Unterhaltung beitrug - die aber immer ein gütiges und herzliches Lächeln auf den Lippen hatte.

Auch wussten mein Sohn und meine Tochter, dass alte Menschen irgendwann sterben müssen - wir hatten mehrfach darüber gesprochen, dass es möglicherweise das letzte Mal sein könne, dass wir die Uri sehen können. Insofern kam ihr Tod zwar einerseits unerwartet (sie war nicht krank gewesen), aber dann doch irgendwie vorhersehbar.

Das war wohl auch der Grund, warum die Kinder mit dem Tod ihrer Urgroßmutter relativ pragmatisch umgehen konnten. Sicher ist es anders, wenn Oma-Opa in der Nähe leben, vielleicht sogar im selben Haus - dann fällt der Abschied schon viel schwerer, könnte ich mir vorstellen. Aber so war es für die beiden so wie es nun mal ist.

Bei der Beerdigung waren sie natürlich dabei und haben viele Fragen gestellt - einen Abschied am offenen Sarg gab es in unserem Fall nicht; wäre das möglich gewesen, hätte ich sie aber natürlich mitgenommen. Wir haben geweint und viel über die "Uri" gesprochen - und im nachhinein kamen eben die Fragen "Wann stirbst du?" und "Wann sterbe ich?" etc. Aber sie haben es beide ganz gut verkraftet.

Übrigens meinten meine Kinder, als sie noch kleiner waren, auch ganz häufig "Ich freu mich so drauf, wenn ich in den Himmel komme, dann kann ich endlich den Opa F. und den Opa G. sehen!" (das sind die beiden Großväter, die sie nie bewusst kennenlernen konnten).

 

Bericht von Dagmar aus K.:

Meine Oma starb ganz plötzlich, ich war gerade 8 Jahre alt und schrieb gerade einen Brief an meine Oma, als ein Anruf kam und mir mein Vater dann mitteilte, dass meine Oma gestorben war. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, meine Oma war für mich wie eine Mutter. Da meine Oma weit weg wohnte und ich schon in der Schule war, haben mich meine Eltern nicht mit zur Beerdigung genommen. Und das fand ich sehr, sehr schlimm, ich konnte mich nicht mal verabschieden von ihr. Sie war einfach weg. In unserer Familie herrschte natürlich große Trauer, alle waren sehr traurig, aber geredet haben wir niemals darüber. Und das finde ich auch heute noch so schlimm, dieses nicht darüber reden.

Jetzt bin ich ja selbst Mutter und wir hatten innerhalb von sieben Monaten drei Todesfälle von nahen Verwandten. Erst meine (Stief)Oma, dann mein Opa und sechs Wochen danach dann ganz plötzlich meine Mutter. Lucy war mit auf der Beerdigung meines Opas in München, sie hat viele Fragen gestellt, die mein Mann ihr dann auch genau beantwortet hat. In den Wochen danach hat sie sehr viel vom Tod und vom Sterben geredet und viel gefragt. Wir haben auch sehr viel über den Uropa erzählt und Fotos angeschaut und auch zusammen getrauert.

Zu meiner Mutter hatten wir wenig Kontakt, sie hatte keine so richtige Beziehung zu ihrer Oma und da haben wir sie dann auch nicht mitgenommen zur Beerdigung. Das wäre dann wohl auch zu viel gewesen, zwei Beerdigungen in sechs Wochen.

Wir haben übrigens ein schönes Buch gekauft über den Tod Gehört das so? heißt es und wir haben es oft angeschaut. Gerade in den letzten Tagen hat Lucy es wohl wieder angeschaut, ich sah es auf ihrem Tisch liegen. Letztens fragte sie mich auch, warum es eigentlich keine Gräber und Särge von Playmobil gäbe... Ich denke, dass es für sie leichter zu begreifen ist, dass Leben und Tod ganz natürlich sind, als für manchen Erwachsenen von uns.

 

Bericht von Alexandra aus C.:

Kurz bevor ich schwanger wurde, starb mein Bruder. Luca und Finn wissen von klein auf, dass Mama noch einen Bruder hat, den wir aber nur noch auf Fotos sehen können, der uns aber immer begleitet und um uns ist, in der Natur, in einem Sonnenstrahl, etc. Ab und zu schicken Luca und Finn auch Luftballons an Onkel Falko mit einem Gruss und einem "wo immer Du auch bist Falko, wir denken an Dich".

Letztes Jahr starb mein Opa, Tickopa Kurt fuer meine Kinder. Dies war der erste Tod, den Luca bewusst mitbekam. Ein Jahr zuvor, wir waren gerade auf Deutschlandbesuch, stürzte mein Opa und erlitt einen Schlaganfall. Wir besuchten ihn im Krankenhaus und Luca war immer mit dabei. Manchmal war es ihm nicht so geheuer und er ging dann mit meiner Mutter raus.

Im letzten Oktober ging es wieder nach Deutschland, da wir ahnten, dass das Leben meines Opas zu Ende ging. Luca war bewusst, dass man sich mit Tickopa nicht mehr unterhalten konnte und er keine Tiergeräusche mehr nachmachte. Luca fragte auch, ob Tickopa jetzt stirbt. Wir sagtem ihm, dass Tickopa ein langes Leben gelebt hat und sein Körper sich nun bald von diesem langem Leben ausruhen möchte.

Einen Monat nachdem wir wieder in Chicago waren, starb mein Opa. Luca war dabei als ich die Nachricht bekam. Als er meine Tränen sah, meinte er, Mama, Du brauchst nicht weinen, Tickopa ist doch jetzt bei Falko und passt zusammen mit ihm auf uns auf. Danach fragte er, ob wir einen Luftballon an ihn schicken können.

Kinder gehen mit dem Tod viel unbefangener um als die meisten Erwachsenen, wenn ihnen die Möglichkeit dazu gegeben wird. Wenn wir auf Deutschlandbesuch sind, gehen wir auch immer gemeinsam zu Grab meines Bruders und Luca sammelt immer irgend etwas Besonderes, um es seinem Onkel hinzulegen, als kleinen Gruß.

Hilfreiche Adressen


Bundesverband verwaiste Eltern in Deutschland e.V.
Dieskaustr. 43
04229 Leipzig
Tel. 03 41 - 9 46 88 84

Der Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V. bietet in regionalen Gruppen Hilfe für trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Menschen, die sie begleiten möchten.

Siehe auch Verwaiste Eltern

 

Trauerbegleitung auch für Kinder bieten u.a.:

Trauerakademie
Kürtener Straße 10
51465 Bergisch Gladbach
Tel. 022 02 - 93 58 0

Zentrum für Trauerbegleitung
Gitterseestraße 24
01187 Dresden
Tel. 03 51 - 4 70 80 75

Zentrum für trauernde Kinder
Doventorscontrescarpe 172
28195 Bremen
Tel. 04 21 - 34 36 68

Trauerwelten
Ittmecker Weg 4
59872 Meschede
Tel. 02 91 - 8 28 58

Trauerbegleitung Erzbistum Bamberg
Jakobsplatz 9
96049 Bamberg
Tel. 09 51 - 50 26 38

Hospiz Emmaus e.V.
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Wie kann ich helfen?

 
Was kann ich tun, wenn mir bekannte Kinder Angehörige verloren haben? Wie verhalte ich mich richtig und wie kann ich helfen?

- zuhören, aber nicht drängen, etwas zu erzählen
- zuhören, auch Wochen und Monate später
- in den Arm nehmen
- aber auch akzeptieren, das Kind alleine zu lassen
- da sein
- Wut zulassen ("warum hat Papa mir das angetan, zu sterben?")
- Tränen zulassen
- Erinnerungs-Zeremonien mitgestalten (jedes Jahr zum Gedenken ein besonders geliebtes Essen des Verstorbenen zubereiten, jedes Jahr eine Karte mit erinnerten Erlebnissen, zum Grab gehen, gemeinsam eine Kerze anzünden - vielleicht in der Kirche o.ä.)

 

Helfen wollen - Eine Liste von muschel.net

Helfen wollen - Eine Liste vom Bundesverband Verwaister Eltern

Erfahrungsberichte


Berichte findet ihr auch in den einzelnen Rubriken. Hier findet ihr Berichte über Bestattungen / Begräbnisse, an denen Kinder teilgenommen haben.

 

Bericht von B. aus Hannover:

Ein Kind ist gestorben

Ehrliche Hilflosigkeit ("Wir konnten es erst nicht glauben") und Anteilnahme, auch das "Zusammenheulen" kann den Eltern Trost spenden. Dankbar waren sie auch, als sie auf der Beerdigung so viele Menschen sahen, die sie in ihrer Trauer begleiteten (das berührte sie schon deswegen, weil die Berdigung ziemlich weit entfernt war, und sie die "Mühe" der Trauergäste schon zu schätzen wussten).

Die Eltern des verstorbenen Kindes waren auch froh, dass sie mit Menschen über die Beerdigung im Nachhinein sprechen konnten. Da sich nicht jeder in das Kondolenzbuch eintrug, waren sie froh, als wir dann auf einer gesonderten Liste die von uns gesehenen Trauergäste aufschrieben.

 

Bericht von B. aus Wien:

Die (Ur)Großeltern sind gestorben

Meine Kinder machten schon zweimal die Erfahrung dass ein lieber Mensch von uns gehen musste.

Das erste Mal war, als der Uropa der Kinder an Altersschwäche einfach eingeschlafen ist. Nathalie war damals gerade 3 Monate alt und kennt den Uropa heute nur von Erzählungen, Patrick war knapp 2 Jahre und kann sich dank der Fotos doch irgendwie an ihn erinnern. Beim Begräbnis waren die Kinder damals mit, Nathalie hat im Kinderwagen geschlafen und Patrick war nur beim Weg zum Grab dabei und hat dort auch seine Blume mit mir hineingeworfen. Ich habe ihm damals erklärt, dass der Uropa einfach eingeschlafen ist, weil das Herz schon so alt und müde war und er jetzt auf einer Wolke ist, die uns immer begleitet und von oben auf uns aufpasst. Genau so hat es Nathalie über die Jahre eben auch gehört und so sagen sie oft, wenn wir eine Wolke sehen, dass dort der Uropa sitzt und sie ihm jetzt winken.

Die Uroma der Kinder ist gestorben, als Nathalie knapp 5 Jahre war und Patrick 6,5 Jahre. Den Tod und unsere Trauer haben sie schon sehr stark mitbekommen, sie waren auch traurig und haben viel geweint, zumal die Urli-Oma sehr unerwartet von uns gegangen ist. Von selbst meinten die Kinder, dass nun auch die Uroma auf einer Wolke sitzt und nun unser 2. Schutzengel ist. Um die Trauer, des absolut unerwarteten Todes besser verarbeiten zu können, habe ich den Kindern vorgeschlagen doch etwas zu Zeichnen und auf den Balkon zu legen, die Uroma wird es sicher sehen und sich freuen. Das haben sie auch gemacht und sie legten zu ihrer Zeichnung auch jeder eine Schoko-Osterei, da die Urli zu Ostern von uns gegangen ist.

Zum Begräbnis hab ich sie diesmal aber nicht mitgenommen, da ich die Trauer nicht noch mehr "aufbauen" wollte. Wir gingen einen Tag nach der Beerdigung zum Grab, wo die Kinder die Kränze anschauen konnte, die Aufschriften auf den Schleifen von uns vorgelesen bekamen und sie legten jeder auch noch ein kleines gebasteltes Abschiedsgeschenk auf das Grab. Wir gehen nun regelmäßig zu den Gräbern. Die Kinder plaudern vor dem Grab mit Uroma und Uropa und letzens kamen sie ganz von alleine auf die Idee ein Lied vor dem Grab leise zu singen. Oft stecken sie auch kleine Zeichnung und ähnliches in die Blumen und helfen bei der Grabpflege mit.

Meine Kinder haben die Erfahrung mit dem Tod sehr gut aufgenommen, können auch ihrer Trauer freien Lauf geben und ich denke ihnen hilft der Gedanke, dass Uroma und Uropa uns von der Wolke aus sehen können und uns beschützen.

 

Bericht von R. aus Hamburg:

Die Großmutter ist gestorben

Als die Oma meiner Tochter (damals 6) starb, war es ein plötzlicher Tod. Alle haben viel geweint und das Kind hat die Trauer mitbekommen, war betrübt, wusste aber nicht wirklich, was Tod bedeutet. Wir wählten die Erklärung mit der Seele und den Taten der Oma, die in unseren Gedanken, Erinnerungen weiterlebt und den Körper, der zur Erde verschmilzt und daher in den Bäumen und Pflanzen weiterlebt. Diese Erklärung hat unsere Tochter angenommen. Wir waren gemeinsam auf der Beerdigung. Sie hat alles ruhig mitgemacht, den Sarg gesehen, wir haben uns gemeinsam am Sarg von der Oma verabschiedet und es war ihr Wunsch, der Oma etwas in ihr Grab mitzugeben - es war eine anonyme Bestattung, deswegen hat sie das Bild und eine kleine Tonfigur an den Sarg gestellt. Die Bestattungsmitarbeiter haben uns gefragt, ob diese Dinge mit ins Grab sollen - und da sind sie jetzt, bei der Oma. So wie es sich die Tochter gewüncht hat. Wir schauen oft Bilder an und erinnern uns - so bleibt die Verstorbene in unseren Gedanken. Sie hat von selber schon andere mit der Erklärung getröstet, dass jemand nicht wirklich gestorben ist, solange an ihn gedacht wird.

 

Bericht von A.:

Der Großvater ist gestorben, Vorbereiten auf den Tod

Ich war erst 8, als mein Opa starb, ganz plötzlich an einem Herzinfarkt. Meine Eltern haben mir erklärt, dass alle ganz traurig sind und ich auch weinen darf. Zur Beerdigung haben sie mich nicht mitgenommen, weil sie dachten daß ich noch zu jung bin. Ich fand es nicht gut aus verschiedenen Gründen:

- natürlich war ich neugierig, wie eine Beerdigung ist
- ich konnte mich nicht mehr direkt verabschieden von meinem Opa; als ich zum ersten Mal bei ihm am Grab war, war er schon unter der Erde mit Kränzen überhäuft und für mich zu weit weg
- ich habe die Trauer der anderen nicht miterlebt - ich durfte nach der Beerdigung zum "Leichenschmaus" und dort waren alle seine Verwandten und Freunde und unterhielten sich, lachten, aßen Kuchen und tranken Schnaps! Das war sehr schlimm für mich, weil ich DAS gar nicht verstehen konnte.

Als ein Onkel meiner Mutter starb, war ich älter und habe alles miterlebt: Beerdigung, Rosenkranzbeten und den "Leichenschmaus" - und da fand ich es gar nicht mehr so schlimm, weil ich die Leute vorher weinen gesehen habe und wusste, dass sie den Kuchen, den Schnaps und die Gesellschaft brauchen, um sich wieder besser zu fühlen (soll nicht heißen, dass man sich aus Trauer betrinken soll ...).

Mit meinen Kindern habe ich immer, wenn die Gelegenheit günstig war (z.B. Besuche auf Friedhöfen, Tod von Nachbarn oder entfernten Bekannten, Bilder betrachten von Verstorbenen, tote Tiere im Garten, ...) auch über den Tod gesprochen. Sie wissen, dass jedes Leben sterben muss, und wie Menschen sterben können (Alter, Krankheit, Unfall, Umbringen). Der Körper wird begraben und die Seele existiert weiter ... und momentan haben sie kein Problem damit. Es ist aber auch noch kein ihnen Nahestehender gestorben, so dass ich nicht sagen kann, wie sie das verarbeiten würden. Ich hoffe allerdings, dass sie es einigermaßen überstehen können, weil es bei uns kein Tabu-Thema ist.

 

Dass auch Kinder an schweren Krankheiten lebensgefährlich erkranken oder gar sterben können, ist traurige Wahrheit. Manche kann man mit Hilfe einer Knochenmark- oder Stammzellenspende retten. Für andere kommt diese Spende zu spät. So wie für Gizem, die am 11. September 2002 start. Ihr Geschichte und die ihrer beiden (ebenfalls erkrankten, aber noch lebenden) Geschwiste kann man hier nachlesen: Helft Gizem. Und im nachfolgenden Beitrag berichtet eine der Organisatorinnen der großen Such- und Hilfsaktion von Gizems Beerdigung.

Bericht von Caroline:

Beerdigung im Islam

Nun, nachdem wir Gizem beerdigt haben, kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin, dabei gewesen zu sein. Wir deutschen Frauen waren in vielen Punkten unsicher. Was zieht man an, brauchen wir ein Kopftuch, bringt man Blumen mit, was erwartet man von uns? Die Blumenfrage war rasch geklärt - im Islam ist Blumenschmuck unüblich.

Für 13 Uhr war die rituelle Waschung in der Moschee geplant. Nermin und ihre Schwestern nehmen uns mit in den Gebetsraum der Frauen, Schuhe ausziehen - alle tragen Kopftuch. Nermin spürt unsere Unsicherheit, holt Kopftücher hervor. "Ihr müsst nicht, aber Ihr könnt, wenn Ihr wollt." In diesem Moment empfinde ich es als selbstverständlich - wenig später gehören wir auch optisch dazu. Die Atmosphäre ist relativ entspannt. Einige Frauen weinen zwar, die meisten sitzen aber an der Wand entlang auf Kissen und Sesseln, unterhalten sich.

In einem kleinen Nebengebäude ist eine Wasserstelle. Der Raum ist verschlossen. Wir wissen, in diesem Raum wird Gizem gewaschen. Gewaschen von ihrer Mutter Neslihan, der Großmutter und zwei weiteren, älteren Frauen, die sich mit dem Ritus der Waschung auskennen. Es ist im Islam üblich, dass weibliche Verstorbene von den weiblichen Familienangehörigen gewaschen werden, männliche Tote von den männlichen Verwandten. Ich bewundere Gizems Mutter - denke bei mir "Das könntest Du nicht." Wir gehen hinein - Gizem liegt, in weiße Tücher gewickelt, im Sarg. Friedlich sieht sie aus, als würde sie schlafen.

Der Sarg wird verschlossen und steht nun unter freiem Himmel vor der Moschee auf einer hölzernen Schulbank. Bedeckt wird der Sarg mit einer Flagge. Später erfahren wir, dass nur im Krieg Gefallene und Kinder eine Flagge auf ihrem Sarg liegen haben - bei ihnen ist man sich sicher, dass sie in den Himmel aufgenommen werden.

Wir kehren zurück in den Gebetsraum. Vom Raum, in dem die Männer ihre Gebete verrichten, wird der Ton in das Zimmer der Frauen übertragen. Einige der Frauen beten mit, andere sitzen wie zuvor an der Wand entlang. Nach ungefähr zwanzig Minuten kehren wir ins Freie zurück - dort werden gemeinsam weitere Gebete gesprochen. Danach geht es zum Friedhof.

Es sind cirka 60 Männer anwesend - abwechselnd tragen sie den Sarg zu der Stelle, an der Gizem ihre letzte Ruhe findet. Es ist eine stille, aber nicht verzweifelt traurige Prozession, die sich den kurzen Weg an einer lebhaft befahrenen Straße entlang bewegt. Voran die Männer mit dem Sarg, ein gutes Stück dahinter die rund 50 Frauen. Die eigentliche Beerdigung ist im Islam Männersache. Die Frauen stehen ein Stück entfernt von der Grabstätte, die Männer lassen den Leichnam in die Erde und füllen das Grab komplett mit Erde auf. Alle Männer helfen mit. Alle hocken sich auf die Erde - der Hodscha stimmt einen Trauergesang an. Nach vielleicht zehn Minuten des Betens in dieser Hockstellung ist die Trauerfeier beendet.

Der ganze Text

 

Bericht von Ivonne aus A.:

Beerdigung der Großmutter

Am 1. Januar ist meine Oma Leonies (war zu dem Zeitpunkt 5) Uroma gestorben. Sie war sehr alt und krank, und es war abzusehen, dass sie stirbt. Sie hatte zwar nicht sehr viel Kontakt zu ihr, aber sie wollte mit zur Beerdigung. Ich habe ihr erklärt, dass man sich bei einer Beerdigung nochmal von dem Menschen verabschieden kann und das wollte Leonie auch. Die Beerdigung war letzte Woche und es hat gut geklappt.

Ich weiß noch, dass meine Eltern als ich klein war, nicht auf die Beerdigung meines Opas mitgenommen haben. Sie dachten, ich wäre zu klein. Ich bin bis heute traurig darüber.

Ich habe Leonie vorher die Beerdigung erklärt, was gemacht wird und warum. Und auch, dass die Verwandten die kommen, die traurig sind, dass die Oma gestorben ist (Leonie war ja auch traurig) und deswegen vielleicht auch weinen. Ich hab ihr auch erklärt, dass es okay ist, wenn sie weinen muss. Leonie wusste aber auch, dass Oma sehr alt und krank war und daß sie Schmerzen hatte und dass ihr Körper einfach nicht mehr konnte. Sie weiß, dass die Oma im Himmel ist, nur ihr Körper wurde beerdigt.

Ich denke, dass für Erwachsene der Tod und das damit verbundene Loslassen schwerer ist als für kleine Kinder. Die haben da meist ein anderes Selbstverständnis. Leonie ist überzeugt, dass die Oma sie immer sieht und auf sie aufpasst, das macht das Ganze für sie leichter. Sie ist für sie nicht "nicht mehr da" wie Erwachsene das sehen.

Fragen und Antworten


Wie erleben Kinder Trauer?

Das ist sehr unterschiedlich. Auch die Länge der Trauerbewältigung ist sehr verschieden. Es ist wichtig, auf kleine Signale zu achten, nicht das Kind zu bedrängen. Es ist wichtig, zuzuhören und da zu sein und Ängsten ruhig und liebevoll zu begegnen: Kinder fühlen sich schuldig oder haben Angst, andere oder sie selbst könnten gleich sterben. Wenn die eigene Trauer zu groß ist, können auch andere Verwandte helfen. Hilfreich und auffangend sind auch spezielle Trauerseminare z.B. für Geschwisterkinder. Rituale helfen, Abschied zu nehmen (Luftballons mit Briefen an den Verstorbenen steigen lassen, einen Brief ins Grab mitgeben...)

Kinder trauern

Was schreibe ich in eine Kondolenzkarte?

Manche empfinden es tröstlich, ein Gedicht zu lesen. Es mag auch andere geben, die finden das immer wieder gleiche Gedicht vom "Kleinen Prinz" in den Beileidskarten nicht mehr individuell und einfühlsam, sondern eher einfallslos. Freunde und Verwandte sollten ehrlich schreiben, was sie denken oder wünschen: "Ich konnte es nicht glauben", "Ich weiß nicht, was ich schreiben soll", schön sind Erinnerungen an den Verstorbenen, die in einem Brief noch einmal geschildert werden können und so zeigen, dass man sich Gedanken über den Verstorbenen gemacht hat. Angebote wie "Ich bin für euch da" oder "Ich höre dir zu" sollten dann auch Ernst genommen werden und Anruf oder Besuch folgen.

Kondolenzsprüche

Sollen Kinder auf eine Beerdigung?

Wenn jemand da ist, der an der Seite des Kindes ist, gehört auch ein Kind auf Beerdigungen. Trauer und Tod gehören zu unserem Leben dazu. Dränge das Kind aber zu nichts, was es nicht möchte.

Erfahrungsberichte im Babyzimmer.de zum Thema Beerdigungen und Trauer von Kindern.

Was ziehe ich bei einer Beerdigung an?

Bei eigenen nahen Verwandten steht dir die Wahl der Kleidung frei, wenn dir nicht nach schwarz ist, zieh an, was du willst. Wenn du auf eine andere Beerdigung gehst, ist es eine Frage des Respekts, zu reagieren, wie es die Trauernden wünschen. Beispiel: Bei der Beerdigung des Schwiegervaters gehört sich schwarze bzw. gedeckte Kleidung, wenn klar ist, dass die Schwiegermuter viel Wert auf Konventionen legt. Kinder sollten der Witterung angemessen gekleidet sein. Lass Kinder aussuchen, was sie tragen möchten und lass sie ruhig ihr Lieblingskleid tragen.

Wie bereite ich mein Kind auf eine Beerdigung/ eine Trauerfeier vor?

Vielleicht so? "Bei einer Beerdigung kommen viele Menschen zusammen, die den Verstorbenen gekannt und gemocht haben, um Abschied von seinem Körper zu nehmen. Den braucht er jetzt nicht mehr - seine Seele ist längst an einem anderen Ort.

Der tote Körper liegt in einem Sarg. Dieser ist mit Blumen geschmückt und steht ganz vorne in der Kapelle. Der Pfarrer und vielleicht noch andere Menschen halten eine Rede, in der sie sich an den Verstorbenen erinnern. Es wird gesungen, vielleicht kommt ein Lieblingslied vom Band - oder es spielt sogar eine Kapelle.

Sicher werden viele Menschen weinen - möglicherweise wir auch. Das liegt daran, weil wir den, der gestorben ist, so lieb gehabt haben und schrecklich vermissen. Aber man darf auch bei und nach einer Beerdigung lachen und fröhlich sein - zum Beispiel, wenn man sich an Erlebnisse mit dem Verstorbenen erinnert, die lustig waren.

Nach dem Gottesdienst in der Friedhofskapelle gibt es einen Zug zum Grab: Vorne der Sarg, dann die engsten Verwandten, dann der Rest. Am Grab spricht der Pfarrer ein Gebet und alle werfen eine Blume oder eine Handvoll Erde ins offene Grab. Dabei ist Gelegenheit - laut oder stumm - nochmal etwas zum Verstorbenen zu sagen.

Oft treffen sich alle Trauergäste nach der offiziellen Beerdigung in einem Gasthof zum "Leichenschmaus". Dabei darf man auch Lachen und Herumrennen, wenn man ein Kind ist.

Tag des Friedhofs

Wie erkläre ich eine Urnen-/Seebeisetzung?

Einfach so, wie es ist? Es gibt verschiedene Formen des Umgangs mit dem Körper nach dem Tod, den der Mensch dann ja nicht mehr braucht. Der Verstorbene hat sich vorher gewünscht, was für ihn das Passende ist. Manche wünschen sich, in der Erde bestattet zu werden (vielleicht an einer besonderen Stelle, unter einem Baum etc.). Manche wünschen sich, dass ihr Körper verbrannt wird (und die Asche möglicherweise verstreut wird).

Sollte sich mein Kind vom verstorbenen Großelternteil / Elternteil / Geschwisterkind / Angehörigen / Kindergarten-/Schulfreund verabschieden?

Ob ein Abschied am offenen Grab oder unmittelbar nach dem Tod (im Krankenhaus oder zu Hause) stattfinden sollte, kann und muss immer individuell beantwortet werden. Nicht jedes Kind verkraftet den Kontakt mit einem Verstorbenen - und manche Menschen verändert sich bereits wenige Stunden nach ihrem Tod bereits so drastisch, dass Kinder sich bei dem Anblick ängstigen könnten. Ist der Verstorbene weitgehend optisch noch derselbe (meist unmittelbar nach dem Tod), gibt es keine Gründe, die gegen einen Kontakt sprechen. Im Gegenteil macht es den Verlust fast noch greifbarer. Es ist für das Kind dann - wenn irgend möglich - wichtig, Abschied zu nehmen, weil es sonst Phantasien entwickeln kann, dass der Verstorbene möglicherweise nicht tot ist oder noch gelebt hat.

Ab welchem Alter kann man mit Kindern über Tod sprechen?

Ab dem Moment, wo sie fragen. Antworte konkret auf die Fragen, die kommen. Antworte, solange sie weiterfragen und weiche nicht aus, denn unbeantwortete oder unklar beantwortete Frage verwirren und ängstigen.

Was ist eigentlich Krebs?

Eine Krankheit kindgerecht zu erklären, die oft auch Erwachsene nicht wirklich verstehen können, ist alles andere als leicht. J.B. aus der Schweiz hat diese Worte gefunden, um ihren - damals 3 und 5 Jahre alten Kindern - die Krebserkrankung ihres Bruders David zu erklären. 

Wie kann ich mich dem Thema spielerisch nähern?

Museumskoffer Tod

Sich dem Tod spielerisch nähern?
Geht das?
Ja - wie man an den nachfolgenden beiden Angeboten sieht:

Museumskoffer Vergissmeinicht

Über das Sepulkralmuseum in Kassel können Kindergärten und Schulen den Museumskoffer "Vergissmeinicht" bestellten (z.Zt. gegen Gebühr von 50 Euro). Der Koffer mit Inhalt zum Thema "Sterben und Tod, Bestatten, Trauern und Erinnern" richtet sich an Kinder von 5 bis 12 Jahren, die in spielerischer Weise an die Themen Sterben, Bestatten, Trauern und Gedenken herangeführt werden sollen.

Bilder, Arbeitsblätter, Objekte, Filme und Musikstücke eröffnen dabei den Einstieg in das Thema. Stethoskope, Federn und Taschenlampen beleuchten den Tod von der medizinischen Seite. Und weil durch spielerische Elemente Berührungsängste mit dem Thema leichter überwunden werden, kann mit Schminke, Sonnenbrille und Hut mit Schleier eine Beerdigung als Rollenspiel nachgespielt werden.

Mehr über den Koffer, seinen Inhalt und die Möglichkeit, damit zu arbeiten, ist auf der Webseite des Sepulkralmuseums zu erfahren.

 

Erzähl mir was vom Tod...

Entwickelt und realisiert vom Kindermuseum im FEZ-Berlin in Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle ist eine ungewöhnliche interaktive Ausstellung zum Davor und Danach entstanden, die schon an vielen Orten in Deutschland gezeigt wurde. Sie richtet sich an Menschen zwischen 8 und 99 Jahren und nähert sich in 14 Stationen ernsthaft und kindgerecht dem Thema, mit dem wir in unserer Gesellschaft oft mit Sprachlosigkeit und Angst verbinden.

Tote Haustiere


Bericht von Ruth:

Unser Kater wurde im Strassenverkehr getötet, als wir nicht zuhause waren. Er ist dann vom örtlichen Jäger (Niedersachsen auf dem Lande) geholt und im Moor "für die Füchse" gelegt worden. Als wir wiederkamen, brach für den Sohn, der mit dem Tier aufgewachsen war und das ihn sehr mochte und umgekehrt, die Welt zusammen. Es war für den Sohn, damals acht, sehr wichtig, das tote Tier (gottseidank äusserlich unversehrt) noch einmal zu sehen. Er hätte sonst nicht geglaubt, dass es tot war und er hätte wohl jeden Abend nach ihm gerufen. Ich habe den Jäger angerufen, der hat uns das Tier nochmal gebracht in einer Kiste. Das Lind durfte sich überzeugen, dass das Tier gestorben war. Die Trauer war groß. Wir haben ein Fotoalbum mit Bildern von dem Kater für das Kind gemacht. Das hat geholfen.

Darf ich mein Haustier im Garten beerdigen?

Ja, im eigenen Garten dürfen Haustiere beerdigt werden, nicht jedoch im Wald, Park oder auf öffentlichen Plätzen. Wer sein Tier im Garten begraben möchte, muss einen formlosen Antrag auf Hausbestattung beim zuständigen Veterinäramt stellen, dort erfährt er auch, welche Bedingungen mit dem Tiergrab im Garten verknüpft sind (alt: Tierkörperbeseitigungsgesetz, neu: Verordnung (EG) Nr. 1774/2002, v.a. Art. 24). Darüberhinaus können tote Tiere auf einem der 120 Tierfriedhöfe in Deutschland beerdigt werden oder dem Tierarzt gebracht werden, der die Tiere einer Tierverbrennungsanstalt übergeben muss.

Diese Seite wurde gestaltet
von Michaela Pelz und Iris Groschek,
November 2006

aktualisiert November 2008


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Museumskoffer "Vergissmeinicht" der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal

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Großmutter Tod

lilly ist ein Sternenkind